Beamtenwohnungsverein feiert Geburtstag

Der Beamtenwohnungsverein eG mit Sitz hat am Samstag seinen 110. Geburtstag gefeiert. Zeitgleich wurde ein Bauvorhaben am Diesingweg in Buer eingeweiht. Rund 90 Mitglieder des Beamtenwohnungsvereins, geladene Gäste und Vertreter aus der Politik trafen sich um beides zu feiern.

1908 gründeten „abends um 8 ½ Uhr auf besondere Einladung hin mehrere Beamte aus der Gemeinde Buer in dem Saale des Herrn Schlatholt hierselbst den gemeinnützigen Bauvereins“ – so steht es in dem Protokoll der ersten Versammlung. Gerade die ersten Jahre des Bestehens waren geprägt von intensiver Bautätigkeit. „Bis zum Jahre 1928 wurde die für unsere Genossenschaft so prägende Siedlung der Droste-Hülshoff-Straße und Hermann-Löns-Straße errichtet“, weiß der Technische Vorstand Johannes Heinrich. Die Häuser im Diesingweg wurden Anfang der 1950er Jahre für Postbeamtete gebaut.

 

„Dass gerade wir als Genossenschaft uns nicht der Zukunft verschließen und nur altbewährtes verwalten, zeichnet uns aus. Wenn nicht wir als Genossenschaft uns um die Belange und Wünsche auch künftiger Genossinnen und Genossen kümmern, wer dann?“, sagte Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Holm. „Ein Quartier entsteht nicht am Reißbrett. Es entsteht in den Köpfen der Menschen.“

Diese Idee wolle die Genossenschaft fördern – nach dem Motto: „Nicht die Menge und die Verwertung des eingebrachten Kapitals, sondern das Individuum mit seinen Bedürfnissen ist entscheidend für die Geschäftstätigkeit der Genossenschaft.“

Die Feierlichkeiten fanden statt in der Gartenanlage des Diesingweges. Aus den früher 24 Mietergärten im harmonischem Einklang mit Wäscheleinen und Rasenflächen ist hier nun ein abwechslungsreicher und offener Begegnungsort mit Spielflächen, Wegen, Treffpunkten und Versickerungsflächen für das Regenwasser entstanden. Außerdem gibt es ausgewiesene Gartenparzellen, in denen die Mieter sich und ihren grünen Daumen ausleben können.
„Neben der grundlegenden Überarbeitung und Umgestaltung der Außenanlagen stand die Energieeffizienz der Gebäude im Mittelpunkt“, erläuterte Heinrich. Ungedämmte Dächer, Fassaden oder Kellerdecken und undichte Fenster seien umfassende modernisiert und eine Fernwärme-Zentralheizung installiert worden. „Der Primärenergiebedarf konnte so von 280 kWh/m² auf ca. 30 kWh/m² reduziert werden. Das schlägt sich nicht nur unmittelbar in der Heizkostenabrechnung nieder, sondern freut auch die Umwelt“, betonte Heinrich.

„Wir starteten daher bereits Mitte 2015 mit intensiven Gesprächen, Ideen und Planungen. Die Ergebnisse wurden dann ab Ende 2015 auf etlichen Sitzungen mit den Mietern diskutiert und verfeinert – so sind z. B. Garten-, Fassaden oder Treppenhausgestaltung direktes Ergebnis der intensiven Mieterbeteiligung“, so Heinrich weiter.

Das ehemalige Dachgeschoss wurde abgetragen und durch ein Staffelgeschoss ergänzt. Durch einen zentralen Aufzug und Laubengang wurde auch ermöglicht, barrierearme Wohnungen mit barrierefreiem Zugang zu schaffen. Insgesamt wurden acht neue Wohnungen im Staffelgeschoss errichtet. Rückblickend – so berichten Mieter – hätten sich „die Strapazen sehr gelohnt“. Nicht zuletzt die neu errichteten Balkone und der Blick in die neuen Außenanlagen entschädigen für die Monate der Kräfte zehrenden Bauzeit.

Als „kleiner Beamtenwohnungsverein“ habe die Genossenschaft schon seit Jahrzehnten nicht mehr neu gebaut, sondern „den hochwertigen, größtenteils denkmalgeschützten Bestand verwaltet und instand gesetzt“, sagt Heinrich. Nun werde sich die Genossenschaft auch wieder Neubauprojekten widmen: „Die Errichtung eines Mehrfamilienhauses im Neubaugebiet ‚Am buerschen Waldbogen‘ befindet sich bereits in Planung“, so Heinrich.

Foto: BWV

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