Dank an Franziskus

Schausteller hatten Papst Franziskus bei einer Audienz im vorigen Jahr einen Gutschein geschenkt, um Heim-Kinder auf die Cranger Kirmes einzuladen. Am Donnerstag lösten sie das Versprechen ein: Rund 600 Kinder kamen mit ihren Betreuern zum Gratis-Bummel.

Der Präsident des Deutschen Schaustellerbundes, Albert Ritter, hatte 2016 bei einer Audienz Franziskus 1000 Freikarten überreicht. Diese wurden an Kinder aus den Bistümern Essen, Köln und Paderborn weitergegeben. Das Kontingent sei von den katholischen Einrichtungen nicht ganz ausgeschöpft worden, sagte Ritter dem Kölner Sender domradio. Er wies auf die enge Verbindung zwischen den Schaustellern und der katholischen Kirche hin. „98 Prozent unserer Volksfeste haben einen kirchlichen Ursprung“, sagte Ritter. Ohne die katholische Kirche gäbe es die Kirchweih-Feste (Kirmes) gar nicht.

„Ihr dürft Euch also heute vom Papst persönlich eingeladen fühlen“, rief Pfarrer Sascha Ellinghorst, Leiter der katholischen Circus- und Schaustellerseelsorge in Deutschland, den Kindern und ihren Betreuern zu.

Wenig später machten es sich Merlin und Alexander aus Gelsenkirchen auch schon im Doppelsitz des großen Kettenkarussells bequem, bevor es in die Höhe ging. „Das Kettenkarussell mag ich am liebsten“, sagte Alexander anschließend mit leuchtenden Augen.

Aber die Aussicht aus dem Riesenrad sei auch ok, ergänzte sein Kumpel Merlin. Eigentlich würde er am liebsten auf den „Voodoo Jumper“, der ein paar Meter weiter die Fahrgäste wild drehend in die Luft schleudert. Aber der ist dann wohl doch eher für ältere Kinder – Alexander und Merlin sind gerade erst zehn.
Die beiden Jungs sind im Gelsenkirchener Kinder- und Jugendhaus St. Elisabeth zu Hause und gehörten zu den rund 200 Kindern und Jugendlichen, die mit rund 60 Betreuern aus neun Caritas-Einrichtungen im Ruhrbistum nach Crange kamen.

„Für uns ist das ein großes Geschenk“, freute sich Reinhild Mersch, Diözesan-Referentin für die Erziehungshilfe, über die päpstliche Einladung der Schausteller. Zwar bemühten sich die Betreuer in den Kinder- und Jugendheimen gerade in den Sommerferien um ein attraktives Freizeitprogramm – doch ein Kirmesbesuch sei angesichts der begrenzten Budgets der Einrichtungen kaum möglich. Umso größer war die Freude bei Merlin, Alexander und den vielen anderen Mädchen und Jungen, als sie von einem Fahrgeschäft zum nächsten zogen – und es anschließend auch noch einen Imbiss im Kirmeszelt gab.

Foto: Caritas/Achim Pohl

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