„Das ist eine große Enttäuschung“

Von Matthias Heselmann

„Für mich persönlich ist es eine große Enttäuschung, dass es soweit gekommen ist“, sagt Uwe Martin, Ehrenpräsident des SC Hassel. In dieser Woche hatte der Traditionsverein aus dem Norden der Stadt seine erste Mannschaft vom Spielbetrieb abgemeldet – Hassel steht damit als Absteiger aus der Oberliga fest.

Grund für die Abmeldung sind finanzielle Probleme des Vereins: Es fehlen 40 000 Euro, die Gehälter der Spieler konnten nicht bezahlt werden. Bei einer Mannschaftssitzung wurde den Kickern die Entscheidung mitgeteilt. Die Spieler sollen wütend reagiert haben – Insider berichteten von aufgebrochenen Spinden in der Mannschaftskabine. In der Winterpause sollen die Fußballer die Freigabe erhalten, sodass sie dann zu anderen Vereinen wechseln können.

Dass der Sportclub Probleme hat, ist nicht neu: Bereits im Sommer musste Hassel einen personellen Umbruch vollziehen – und das, obwohl die Saison 2016/17 in der Oberliga Westfalen eigentlich nicht schlecht gelaufen war. Der Verein, der erst im Sommer 2016 in die Oberliga aufgestiegen war, belegte einen guten achten Platz.
Mit einer verjüngten Mannschaft sollte in dieser Saison der Klassenerhalt geschafft werden – allerdings blieben die erhofften Zuschauereinnahmen aus, genauso wie Sponsorengelder. Auch fußballerisch lief es nicht rund. Nun hat die Saison ihr vorzeitiges Ende genommen.

Uwe Martin, der den SC Hassel zwischen 1974 und 2005 als Vorsitzender leitete, sieht jetzt sein Lebenswerk in Gefahr – hofft aber dennoch, dass es irgendwie weitergeht. „Jetzt kommt es darauf an, wieder eine Mannschaft zusammenzustellen“, so der Ehrenvorsitzende. „Ich würde mir wünschen, dass wir in einer Liga antreten, in der es viele Lokalderbys gibt – dann kommen auch wieder Zuschauer.“

Foto: NBM (Archiv)

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