Ein Tandem mit dem Quadrat

Die erste Workshop-Phase des neuen Kooperations- und Vermittlungsprojekts der Ruhr-Kunst-Museen hat begonnen. Schüler aller Altersstufen und Schulformen haben die Möglichkeit, sich intensiv mit den Kunstmuseen und ihren Sammlungen sowie der Urbanität des Ruhrgebiets auseinanderzusetzen.

An dem Projekt „Ruhr-Kunst-Nachbarn“ beteiligen sich 18 Ruhr-Kunst-Museen. Jeweils zwei Häuser bilden eine Partnerschaft und bieten Workshops zu einem gemeinsamen Thema an. Das Kunstmuseum Gelsenkirchen bildet ein Tandem mit dem „Josef Albers Museum Quadrat Bottrop“. Das Projekt sieht vor, dass Schulklassen zunächst ein Museum in ihrer Heimatstadt besuchen und an einem weiteren Tag ein benachbartes Museum.

In den Workshops werden Themen der Alltagsrealität der Schüler und das künstlerische Angebot der Museen zusammengeführt und verhandelt. So nähern sich die Schüler Fragen des Zusammenlebens, des städtischen Lebens und Lernens an und setzen sich künstlerisch mit der eigenen und der gesellschaftlichen Identität auseinander. Hierbei spielt sowohl der museale Raum als auch der Stadtraum eine wichtige Rolle.

Bereits der Weg zwischen Schule und Museum ist Teil des Workshops, wie Leane Schäfer, Leiterin des Kunstmuseums erläutert: „Die Angebote sind so konzipiert, dass sie nicht erst am Eingang des Museums beginnen und dort enden, sondern eine Verbindung zwischen den Fragen der Schüler, der kreativen Wahrnehmung der eigenen Umwelt und den Sammlungen der Museen als solches herstellen.“

Der Weg zum zweiten Museum bedeute immer auch „ein Verlassen des eigenen Stadtviertels über die Stadtgrenze hinaus; Kinder und Jugendliche erweitern so ihren Aktionsradius und lernen andere Städte des Ruhrgebiets kennen“.

Die Schulklassen erkunden auf dem Weg zum Museum den Stadtraum von Gelsenkirchen und Bottrop sowie die Architektur der beiden Häuser. „Die beiden Besuche sind als eine zusammenhängende Einheit unter dem übergreifenden Thema „Innen/Außen“ und „Quadrat“ gedacht“, so Schäfer.

Die Schüler sollen ihre Wahrnehmung von Stadt und Architektur über Außen- und Innenansichten der beiden Museen vergleichen und die unterschiedlichen Kunstsammlungen kennenlernen. Ausgangspunkte sind über die Museumsarchitektur hinaus die jeweilige Einbettung der Häuser in den Stadtraum und die Behandlung von Raum und Fläche in Architektur und Kunst.

„Was die Partizipation, Kompetenzentwicklung und Lernerfahrung betrifft, reflektieren die Kinder und Jugendlichen ihre eigene Wahrnehmung von Stadt, Architektur und Kunst. Sie lernen Wahrgenommenes in Zeichnungen, Dreidimensionales in Zweidimensionales zu überführen und somit von den Gegenständen über das Perzept hin zu einer visualisierten Form zu abstrahieren“, erläutert Schäfer weiter. Die Schüler sollen „eine eigene Ausdrucksform für Museums- und Stadtraum in Form einer Symbiose aus Innen- und Außenraum“ finden. Das Programm richte sich an alle Jahrgangsstufen und werde dem Alter entsprechend angepasst.

Foto: Stadt GE

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