Gottesdienst im Grünen

Am 3. November begeht die katholische Kirche den Hubertustag und erinnert an den heiligen Hubertus, den Schutzpatron der Jäger und Schützen. Seit einigen Jahren ist es Tradition, dass Ende Oktober an der Sieben-Schmerzen-Kapelle im Westerholter Wald eine „Hubertus-Messe“ gefeiert wird – am vergangenen Sonntag, 21. Oktober, war es wieder so weit.

Veranstaltet wurde die Messe vom Sieben-Schmerzen-Kapelle-Verein, und wie schon im vergangenen Jahr gab es eine Besonderheit: Der Gottesdienst wurde in plattdeutscher Sprache gehalten. „Früher gab es in St. Urbanus regelmäßig Messen auf Plattdeutsch“, erinnert sich Vereinsvorsitzender Konrad Herz. „An diese Tradition wollen wir mit der Hubertus-Waldmesse anknüpfen.“

Gehalten wurde der Gottesdienst vom emeritierten Pfarrer Heinrich Bücker aus Recklinghausen, der nicht nur ausgezeichnete Plattdeutsch-Kenntnisse, sondern auch einen trockenen Humor bewies. „Ihr dürft ruhig klatschen“, sagte er (natürlich auf Platt) zur Gemeinde nach einem Musikstück, „eine Messe ist ja schließlich kein Trauerspiel.“ Musikalisch mitgestaltet wurde der Gottesdienst vom Bläsercorps der Kreisjägerschaft Gelsenkirchen und Schloss Horst.

In einem eigens gestalteten Heft konnten Gottesdienstbesucher, die auf Plattdeutsch nicht so sattelfest waren, die Texte der Messe nachlesen. Auch die Predigt, in der Pfarrer Bücker die Geschichte des heiligen Hubertus erzählte, der vom jagdlustigen Adligen zum frommen Einsiedler wurde, nachdem er im Wald eine Begegnung mit einem Hirschen hatte, der ein Kreuz zwischen seinem Geweih trug. Von da an predigte Hubertus den Menschen, dass die verantwortlich mit der Natur umgehen sollten.

Eine Botschaft, die auch in unserer Zeit angesichts des Klimawandels mit seinen Überschwemmungen und Dürren durchaus aktuell sei, so Bücker. „Es muss genug bleiben, dass keine Art verloren geht“, sagte der Pfarrer. Nach dem Vorbild des Heiligen müsse man „die Natur mit allem, was wächst und lebt, hegen und schützen.“

Bei schönsten Oktoberwetter waren mehr als 200 Menschen in den Westerholter Wald gekommen. Nach der Messe konnten sich die Besucher bei frischen Waffeln und Glühwein stärken.

Mehr Infos zur Sieben-Schmerzen-Kapelle gibt es unter der Adresse www.sieben-schmerzenkapelle.de.

Foto: K. Herz

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