Hilfe bei der Integration

Von Matthias Heselmann

Stadträtin Annette Berg (Foto: Mitte), bei der Stadt Gelsenkirchen zuständig für Kultur, Bildung, Jugend, Sport und Integration, sieht die Sache realistisch. „Das ist nicht die beste Lösung, aber im Angesicht der Situation eine sehr gute.“ Darum geht es: Im Schulgebäude an der Surressestraße, das bis zu den Sommerferien noch die Michael-Ende-Förderschule beherbergt, sollen ab dem neuen Schuljahr ausschließlich Internationale Förderklassen (IFÖ-Klassen) untergebracht werden.

Nötig wird das durch die Zuwanderung von Flüchtlingen auf der einen Seite und durch die EU-Südost-Zuwanderung. Die Folge: In der Stadt gibt es viele Kinder im schulpflichtigen Alter, die in einer regulären Klasse hoffnungslos überfordert wären. Die theoretisch „beste“ Lösung, von der Annette Berg spricht, wäre, die Kinder in die normalen Klassen zu integrieren und sie dort zu betreuen. Weil das nicht funktioniert, hat man sich bei der Stadt für das Modell entschieden, das jetzt in Erle angewendet wird.

Dort entstehen nach den Sommerferien zunächst fünf Schulklassen, in denen Kinder und Jugendliche der Klassen fünf bis neun maximal zwei Jahre lang darauf vorbereitet werden, am regulären Schulunterricht teilzunehmen. Die Klassen umfassen höchstens 15 Schüler, im Laufe der kommenden Jahre soll sich die Anzahl der Klassen auf zwölf erhöhen – maximal werden also 180 Kinder an der Surressestraße unterrichtet werden. Die Michael-Ende-Förderschule läuft im Sommer aus, die wenigen noch verbleibenden Schüler gehen dann zu einer anderen Förderschule. Das Schulgebäude wird an die Gesamtschule Erle angeschlossen, die ihren Hauptsitz an der Mühlbachstraße hat.

Schwerpunkt des Unterrichts wird das Erlernen der deutschen Sprache sein, berichtet Andreas Lisson (Foto: rechts), Schulleiter der Gesamtschule. „15 Stunden in der Woche steht Deutsch auf dem Stundenplan“, so Lisson. Für Kinder und Jugendliche, die in ihrer Heimat kaum oder noch gar keine Erfahrungen mit Schule gemacht haben, wird eine Alphabetisierungsklasse eingerichtet, in der sie Lesen und Schreiben lernen.

Nach maximal zwei Jahren, idealerweise auch eher, werden die Kinder dann in die regulären Schulklassen der Gesamtschule Erle übernommen, eine „Brückenklasse“ soll dort den Einstieg erleichtern. Bis dahin sind die Kinder allerdings schon mit dem Erler Schulleben vertraut. „Die Klassen an der Surressestraße sind genauso eingerichtet wie die Klassen in unseren anderen Schulgebäuden“, erklärt Schulleiter Lisson – so soll der Übergang möglichst leichtfallen. Außerdem erhält jede IFÖ-Klasse eine „Patenklasse“ in der Gesamtschule – die Kinder lernen sich also untereinander von Anfang an kennen. Geplant sind auch gemeinsame Aktivitäten wie Arbeitsgemeinschaften oder Begegnungen im Erich-Kästner-Haus.

Für Bezirksbürgermeister Wilfried Heidl (SPD, Foto links) ist wichtig, dass die Schule auch ins Erler Leben eingebunden wird. „Eine Schule ist keine Insel“, sagt er und setzt auf eine enge Zusammenarbeit mit dem Schulleiter der Gesamtschule – so soll sich die Schule beispielsweise beim Stadtfest „Erle vereint“ am 15. September präsentieren.

Interessierte Anwohner können sich in der kommenden Woche (18. bis 22. Juni, jeweils von 10 bis 12 Uhr) an der Surressestraße 22 über die Schule informieren.

Foto: Heselmann

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