Hilfe beim Friedhofsbesuch

Von Boris Spernol

Buer. Besuche am Grab eines Verstorbenen können helfen, die Trauer zu bewältigen und einen Schicksalsschlag zu verarbeiten. Doch immer mehr Hinterbliebene sind nicht in der Lage, alleine zum Friedhof zu gelangen. Das DRK bietet nun kostenlos einen Fahrdienst zum Hauptfriedhof.

„Durch die nachlassende Leistungsfähigkeit im Alter fehlt vielen Senioren die Möglichkeit, die Wohnung zu verlassen, Spaziergänge zu unternehmen und soziale Kontakte aufrecht zu erhalten“, weiß der städtische Seniorenbeauftragte Wilfried Reckert. Dies sei ein Dilemma, denn „gerade die Senioren, die einen Verlust eines Angehörigen erleben, brauchen soziale Netzwerke, um das Erlebte zu verarbeiten und die Situation anzunehmen“. Und der Besuch an den Gräbern bedeute vielen Menschen bewusste Erinnerung und Rückbesinnung, sagt Pfarrer Ernst-Martin Barth von der evangelischen Kirchengemeinde Buer-Middelich. Wer nicht zum Grab könne, für den entstehe gar eine „Lebenslücke“, die nun geschlossen werde.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) bietet ab 21. März (zunächst bis November) nicht nur einen reinen Fahrdienst zum Hauptfriedhof an, sondern die ehrenamtlichen Helfer sollen die Menschen bis zum Grab begleiten, sie auf Wunsch unterstützen –  beim Gießen oder Arrangieren der Blumen – und dabei ein offenes Ohr für Belange der Senioren haben. „Der Hauptfriedhof ist eine kleine Stadt auf 40 Hektar mit rund 30 000 Gräbern“, sagt Andreas Mäsing, Geschäftsführer der Friedhofsgärtner Gelsenkirchen eG (FGG) und verdeutlicht damit eindrücklich, warum es nicht damit getan sein kann, kaum noch mobile Senioren lediglich zum Friedhof hin zu fahren.

Die Idee zum Fahrdienst entstand in einem Gespräch des Ehrenamts des DRK mit der FGG. Gespräche mit Gelsendienste und dem Seniorenbeauftragten der Stadt Gelsenkirchen folgten und verfestigten die Idee. Mäsing spricht von einer Vorreiterrolle Gelsenkirchens und hofft, dass diese Initiative beispielgebend auch für andere Städte sein möge.
Das Projekt umfasst zunächst nur den Hauptfriedhof in Buer: an Samstagen und Sonntagen in der Zeit von 10 Uhr bis 15 Uhr. „Das Vorhaben ist für uns neu und daher müssen wir beobachten. Wir sind unbedingt auf freiwillige Helfer angewiesen“, erklärt DRK-Kreisgeschäftsführer Hasan Sürgit. Das Projekt werde evaluiert, sodass bei Bedarf eine Erweiterung oder eine Verlängerung denkbar seien. Außerdem werde über den Einsatz eines Elektromobils nachgedacht, für dessen Finanzierung rund 12 000 Euro zu veranschlagen seien. „Dafür wären wir aber auf Spender angewiesen“, sagt Sürgit.

Mehr Infos gibt es unter Tel. 0209/983830

 

Text und Foto: Boris Spernol

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