Hilfsangebote im Scheckkartenformat

Ein „Weißes Haus“ gibt es sowohl in Buer als auch in Washington D.C., der Hauptstadt der USA. Der Unterschied: Im einen treiben sich zwielichtige Gestalten herum und werden undurchsichtige Machenschaften geplant – im anderen kümmert man sich um wohnungslose und suchtkranke Menschen aus Buer und Umgebung.

Das „Weiße Haus“ an der Hochstraße 80 gehört zu einem Netz von insgesamt 14 Einrichtungen im gesamten Stadtgebiet, die Anlaufstelle sind für Menschen, die Hilfe benötigen: von ärztlicher Betreuung über Suchtberatung, Kleiderkammer bis hin zum Bett für die Nacht. 14 Einrichtungen – da fällt es schwer, den Überblick zu behalten. Aus diesem Grund hat die Stadt jetzt eine handliche Übersicht im Scheckkartenformat vorgestellt. Hinter dem Titel „Gelsenkirchen hilft!“ verbirgt sich eine Faltkarte, auf der man sowohl den Standort der jeweiligen Einrichtung auf dem Stadtplan als auch weitere wichtige Infos findet.

„Gelsenkirchen hilft! … weil es UNSERE Stadt ist“, steht auf der Scheckkarte. Für Sozialdezernent Luidger Wolterhoff gehört das zusammen: „Es ist selbstverständlich, dass die Stadt gemeinsam mit Partnern von der Diakonie bis zur Caritas, dem Elisabeth-Krankenhaus oder Initiativen wie ,Warm durch die Nacht‘ und vielen anderen hilft. Und selbstverständlich sind auch Menschen, die obdachlos sind oder Drogenprobleme haben, ein Teil unserer Stadtgesellschaft.“

So sieht es auch Jennifer Ruhnau. Sie ist eine von drei Streetworkerinnen in Gelsenkirchen, die sich um Menschen auf der Straße kümmern. „Unsere Hauptaufgabe besteht darin, den Kontakt zu denen zu halten, die am Rande der Stadt leben.“ Ausgestattet sind die Sozialarbeiterinnen mit einem Rucksack, in dem sich Dinge befinden, die für Menschen auf der Straße nützlich sind: Hygieneutensilien genauso wie Einwegspritzen oder Kondome. „Zum Teil begleiten wir die Menschen über Jahre hinweg“, berichtet Jennifer Ruhnau von ihrer Arbeit. Die Streetworkerinnen helfen beim Gang zum Arzt oder zum Jobcenter und sorgen so dafür, dass der Draht zur Gesellschaft nicht abreißt.

Und natürlich haben sie auch die neue Infokarte im Gepäck –  genauso wie die Mitarbeiter der Feuerwehr, auf deren Initiative sie entstanden ist. „Eine solche Auflistung im Scheckkartenformat hat sich im Alltag der Feuerwehr bewährt“, sagt Feuerwehr-Abteilungsleiter Daniel Hüwe. „Alle unsere Rettungsfahrzeuge haben sie an Bord, um sie an Wohnungslose oder Suchtkranke weitergeben zu können.“

Dass in dieser Breite geholfen werden kann, sei dem dicht geknüpften Netzwerk zu verdanken, in dem alle Beteiligten eng miteinander kooperieren würden, so Wolterhoff. „Die Stadt alleine kann das nicht stemmen“, ist er überzeugt. Einer der starken Partner ist die Caritas. „Wir wollen den Menschen helfen und sie dabei unterstützen, aus ihrer Notsituation wieder hinein ins „normale Leben“ zu finden“, beschreibt Caritas-Fachbereichsleiterin Eva Bittner-Geier die Zielsetzung der Wohnungslosenhilfe.

Foto: Heselmann

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