"Jeder Krieg fängt bei und in uns selbst an"

Seit vielen Jahren präsentiert die Sparkasse zeitgenössische Kunst in der Filiale Buer – zuletzt vor allem von jungen Künstlerinnen und Künstlern aus den Kunstakademien in NRW.

In einer neuen Ausstellungsreihe legt das Kreditinstitut den Schwerpunkt jetzt auf die lokale und regionale Kunstszene. Werke von acht renommierten Künstlerinnen und Künstlern aus Gelsenkirchen und Umgebung hat die Kuratorin Jutta Kabuth ausgesucht (in der Reihenfolge der Ausstellungen): Barbara Ring, Susanne Zagorni, Heike Klinger, Roman Pilgrim, Heike Feddern, Heiner Szamida, Claudia Tebben, Christian Nienhaus und Jens J. Meyer.

Sie alle haben sich bereits überregional einen Namen gemacht und stehen für eine eigene Handschrift. „Eine gute Voraussetzung für einen abwechslungsreichen und spannenden Ausstellungszyklus“, so Udo Kramer, Pressesprecher der Sparkasse Gelsenkirchen.

Die Reihe endet im Frühjahr 2021 mit einer Gruppenschau aller Künstlerinnen und Künstler. Darauf freut sich Kramer besonders: „In der Gegenüberstellung der Werke wird der Reichtum unserer heimischen Kunst so richtig deutlich werden.“
Aber bis dahin ist noch viel Zeit. Zunächst einmal zeigen die Künstler ihre Werke in acht Einzelausstellungen: Den Auftakt machte Barbara Ring mit meditativ leichten Arbeiten rund um ein klassisches Landschaftsthema. Es folgten Susanne Zagorni mit ihren großformatigen Gemälden und Heike Klingers fantastische Welten zwischen Wirklichkeit und Sein. Die Ausstellung mit Werken von Roman Pilgrim, die bis zum 13. Mai 2019 zu sehen ist, ist im wahrsten Sinne des Wortes aktuell.

Er gestaltet beeindruckende Gemälde, die sich durch eine sozial-kritische Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit auszeichnen – beispielsweise in seiner War-Serie.

Auf dem Werk „Krieg mich“ ist ein Colt zu sehen, dessen Abzug in die falsche Richtung montiert ist: eine Selbstschusspistole. „Jeder Krieg fängt bei und in uns selbst an,“ so das Credo des Künstlers. „Jeden Tag kämpfen wir mit unseren Ängsten, Wünschen und Vorstellungen. Jeder Krieg, den wir mit anderen Personen beginnen, hat dort seinen Ursprung.“

Auf das Thema Flucht geht er in der Arbeit „Herzlich Willkommen“ ein. Sie zeigt einen Grenzzaun in der spanischen Exklave Melilla. Flüchtende versuchen ihn zu überwinden, um nach Europa zu gelangen. Diese monochromen Werke in rot sind zum Abschluss mit einem Epoxidharz überzogen – und dadurch in ihrer haptischen Wirkung ungemein hervorstechend.

Die Ausstellung zeigt auch die andere, eher lyrische Seite des Künstlers, der in gestischer Malerei, mit Pinsel und Spachtel, Farbwelten gestaltet, die in Farbakkorden rhythmisch gestaffelt sind. Abstrakte, von Musik inspirierte Farbkompositionen, die an die Malerei eines Gerhard Richters erinnern und dennoch in ihrer Wirkung einzigartig sind.

Ort des Geschehens ist jeweils die Sparkassen-Filiale Buer, Nienhofstr. 1-5. Weitere geplante Ausstellungen wird es von Heike Feddern, Heiner Szamida, Claudia Tebben, Christian Nienhaus und Jens J. Meyer geben, außerdem eine Gruppenausstellung aller Künstlerinnen und Künstler.

Foto: Sparkasse

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