Mehr Präsenz

Von Boris Spernol

Mit veränderten Öffnungszeiten für die Wache Horst reagiert die Polizei auf Kritik aus der Bevölkerung und des Vorsitzenden des örtlichen Präventionsrates, Ender Ulupinar. „Die Bürger haben kaum noch eine Chance, Anzeigen in Horst aufzugeben“, berichtete Ulupinar Ende April. Und das führe zu einem Unsicherheitsgefühl und Ängsten.

In den ersten Monaten dieses Jahres habe „die angespannte Personallage bei der Polizei“ tatsächlich dazugeführt, „dass die Wache nicht im erforderlichen Maße besetzt werden konnte“, erklärte nun Polizeisprecher Torsten Sziesze. Pensionierungen, längerfristige Krankheitsausfälle sowie zusätzliche weitere Einsatzmaßnahmen wie Fußball- und Demonstrationseinsätze des Schwerpunktdienstes Erle, zu dessen Zuständigkeitsbereich die Wache Horst gehört, hätten den Angaben zufolge diesen temporären personellen Engpass bedingt. Schon in der Vergangenheit wurde wiederholt die Frage des Fortbestandes der Wache Horst diskutiert. Polizeipräsidentin Anne Heselhaus-Schröer betonte deshalb nun erneut: „Es bleibt dabei, dass der Bestand der Wache nicht zur Disposition steht.“

Die Wache an der Essener Straße soll nun an Werktagen in der Zeit von 10 bis 18 Uhr besetzt sein. Dies seien die „Stoßzeiten“, in denen sich nach Einschätzungen der Polizei die Bürger des Stadtteils in der Regel mit ihren Anliegen an die Mitarbeiter der Wache Horst wenden. Zugleich weist Sziesze darauf hin, dass für die Sicherheit im Stadtteil Horst nicht nur der Präsenzdienst der dortigen Wache verantwortlich sei. „So sind daneben die Bezirksdienstbeamten zu 80 Prozent ihrer Dienstzeit im Stadtteil unterwegs und haben stets ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Horster Bevölkerung“, erklärte er.

Darüber hinaus sei der Notruf der Polizei (( 110) rund um die Uhr besetzt. Alle Einsätze im Stadtgebiet und damit natürlich auch in Horst, würden durch die Polizeibeamten der Wachen in Buer am Rathausplatz und an der Wildenbruchstraße wahrgenommen. Beide Polizeiwachen sind im September 2017 nach Zuweisung weiteren Personals im Rahmen der sogenannten „belastungsbezogenen Kräfteverteilung“ (BKV) verstärkt worden. „Das hat sich auch entsprechend positiv auf die sogenannten Einsatzreaktionszeiten ausgewirkt. Im gesamten Stadtgebiet und insbesondere auch für den Bereich Horst ist hier eine Verbesserung festzustellen“, so Sziesze. Die Polizei gehe jedem Hinweis aus der Bevölkerung nach. Hierbei müsse die Polizei – je nach Einsatzbelastung – ihre Einsätze nach Prioritäten abarbeiten.

Grundsätzlich seien für den Stadtteil Horst nach Polizeiangaben „keine Auffälligkeiten“ in Bezug auf die lokale Kriminalitätsbelastung zu erkennen. So zeigten die Auswertungen, dass der im Jahr 2017 verzeichnete Kriminalitätsrückgang insgesamt auch im ersten Quartal 2018 weiterhin anhalte. Aber die Polizeipräsidentin räumt auch ein: „Natürlich sind dies nur die objektiven Zahlen. Sie decken sich leider häufig nicht mit dem Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger.“ Doch gerade dieses liege der Polizei „sehr am Herzen“. Die Zusammenarbeit mit den örtlichen Präventionsräten sei „ein weiterer bedeutsamer Baustein“.

 

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