„Neu gewonnene Stärke“

Erle. (spe) Den offiziellen Konzernabschluss 2017 präsentiert die börsennotierte Masterflex Gruppe zwar erst auf einer Bilanzpressekonferenz am 29. März in Düsseldorf. Doch bereits jetzt teilte die Unternehmensgruppe vorläufige Zahlen mit, wonach sie 2017 bei Umsatz und Ertrag deutlich wachsen konnte. „2017 konnten wir viele unserer Ziele erreichen und auch gemessen an den Finanzkennzahlen ein sehr erfolgreiches Jahr abschließen“, sagt jedenfalls Andreas Bastin, der Chef des Gelsenkirchener Herstellers für Schläuche und Kunststoffe, der seinen Sitz an der Willy-Brandt-Allee hat. Es sei ein Rekordjahr. Die Zahlen der Masterflex Gruppe stehen noch unter dem Vorbehalt der Bestätigung durch die Abschlussprüfer und der Billigung durch den Aufsichtsrat.

Den Angaben zufolge stiegen die Umsätze mit Hightech-Schläuchen und -Verbindungssystemen um 12,3 Prozent von 66,5 auf 74,7 Millionen Euro. Ergebnisseitig sei die Masterflex Group leicht überproportional wachsen. Der Gewinn vor Steuern (Ebitda) sei von 8,8 Millionen Euro auf 10,3 Millionen Euro gestiegen, und das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) habe sich von 6,1 auf 7,1 Millionen Euro verbessert. „Damit konnte Masterflex beim Umsatz die eigenen Zielvorgaben eines Wachstums von sechs bis zehn übertreffen“, heißt es aus der Gruppe. Auch die geplanten Ergebnisverbesserungen wurden realisiert. Allerdings sei die Marge des operativen Ergebnisses mit 9,5 Prozent leicht unter dem Zielwert von zehn Prozent zurückgeblieben. Die Gründe hierfür lägen „in ungeplanten Einmaleffekten“ wie Inventurdifferenzen und einer Umsatzverschiebung im Jahresendgeschäft in den USA, die erst in den Jahresabschlussarbeiten verarbeitet werden konnten.

Bastin sprach von einer „in den vergangenen Jahren wiedergewonnene Kraft und Stärke“, die aber auch als Anlass genommen werden, um unser Unternehmen über eine 2017 begonnene Strategieerweiterung noch besser für die Herausforderungen wie die digitale Transformation aufzustellen.“ So sei 2017 ein Jahr des Übergangs gewesen: „Die Zukunft auch im Markt für Hightech-Schlauche und -Verbindungssysteme ist digital“, erklärte Bastin. „Zum Beispiel forcieren wir die Entwicklung unserer intelligenten und smarten Schläuche und wollen neue wertsteigernde, digital basierte Dienstleistungen rund um die Produkte erschaffen.“ Erfreut ist Masterflex-Chef Bastin auch über die Entwicklung der neuen Tochtergesellschaft APT Advanced Polymer Tubing GmbH mit Sitz in Neuss, die ebenfalls „signifikante Umsatz- und Ergebnisbeiträge erwirtschaften“ konnte.

Bastin ist am 1. April seit zehn Jahren im Amt des Vorstandsvorsitzenden von Masterflex. Und damit begann der Überlebenskampf für das Unternehmen. Drei Jahre dauerte die Rettung. „Es war ein tiefer Sumpf“, sagte Bastin damals, der Fehler seines Vorgängers ausbügeln musste: Seit dem Börsengang im Jahr 2000 war die Firma wild gewachsen, manches Jahr um 30 Prozent. Allerdings nicht aus eigener Kraft, sondern durch Übernahmen. Schließlich habe Masterflex ausgesehen wie eine zusammengewürfelte Holding. Synergien zwischen den Sparten: gab es so gut wie keine. Rund 70 Millionen Euro Schulden bei 13 Banken hatten sich angesammelt; von fünf Geschäftsbereichen häuften vier Verluste auf. Nur das Kerngeschäft lief gut und ließ sich selbst von der Finanzkrise nicht beuteln. Bastin setzte deshalb auf eine radikale Rückbesinnung

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