Neues Stromnetz bei BP

Kabel ziehen im großen Stil: Das ist in den kommenden Jahren bei der Ruhr Oel Raffinerie angesagt. Das Unternehmen erneuert sein Stromnetz. Das hat einen positiven Nebeneffekt für die Anwohner.

Für die Bewohner der nördlichen Stadtteile ist es ein fast schon gewohntes Geräusch: Das Rauschen, wenn bei BP mal wieder „gefackelt“ wird. Der Grund für die Fackelaktivität ist häufig ein Stromausfall – doch das soll in Zukunft seltener vorkommen. Der Konzern nimmt viel Geld in die Hand und investiert einen „mittleren zweistelligen Millionenbetrag“ (so Dr. Eric Jennes von BP), um das Stromnetz von Grund auf zu erneuern. Damit hofft das Unternehmen, die Wahrscheinlichkeit der Stromausfälle um den Faktor zehn zu verringern – dementsprechend sollte es auch seltener zu Fackelaktivitäten kommen.

Die Modernisierung des Stromnetzes wird BP gemeinsam mit Uniper umsetzen. Dazu ertüchtigen beide Unternehmen die vorhandene Stromversorgungsinfrastruktur zu einer sogenannten Doppel-Ringstruktur. Gleichzeitig wird ein bedeutender Teil der vorhandenen Systeme bis 2023 erneuert.
Im Rahmen des Projektes werden neue Kabel verlegt, Schaltanlagen erneuert und erweitert sowie Transformatoren ausgetauscht. Damit stärken die Unternehmen die reibungslose Versorgung des gesamten Raffineriestandortes mit elektrischer Energie.

Uniper plant dabei alle Maßnahmen, beschafft die erforderliche Ausrüstung und führt die Baumaßnahmen aus. Ebenso leistet der Düsseldorfer Konzern die Betriebsführung für die Netzgesellschaft am Standort.

„Wir wollen eine robuste Stromversorgung, die uns stark gegenüber äußeren Einflüssen macht. Das stand klar im Mittelpunkt der Planungen“, sagt Raffinerieleiter José Luis García Galera.

In den letzten Jahren litt die Raffinerie mehrmals unter Stromausfällen im Werk Scholven, die durch Probleme von außen entstanden waren. Das soll sich durch die Investitionen nun ändern. Erreicht wird dies, indem künftig zwei voneinander unabhängige Stromkreise auf 35-kV-Ebene, sogenannte geschlossene Ringe, entstehen, die unabhängig voneinander funktionieren und die jeweils mehrfach mit dem öffentlichen Übertragungsnetz verbunden sind. Sollten eine oder zwei dieser Verbindungen zum Übertragungsnetz ausfallen, kann der entsprechende Ring trotzdem über die dritte Verbindung weiter versorgt werden. Das schafft eine nachhaltige Zuverlässigkeit. Stromausfälle wie in der jüngsten Vergangenheit und die damit verbundene Störung der Werksnachbarn sind in dieser Form dann deutlich unwahrscheinlicher als heute.

Die Arbeiten haben bereits begonnen und sollen dem Zeitplan zufolge im Jahr 2023 abgeschlossen werden.

Foto: Heselmann

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