Opfer der Messerattacke von Buer wurde „gestalkt“

Die 32-jährige Frau, die am Samstag von einem 43-jährigen Mann auf offener Straße mit einem Messer angegriffen wurde, hat den Täter gekannt. Der Mann habe ihr seit 2018 nachgestellt, teilte Elke Hinterberg von der zuständigen Staatsanwaltschaft Essen mit. Am Montag schwebte die Frau noch immer in Lebensgefahr.

Am Samstagnachmittag gegen 14.30 Uhr hatte sich die Tat ereignet: Vor ihrer Wohnung an der Horster Straße, auf Höhe der „Schauburg“, hatte der Mann die Frau mit dem Messer attackiert und ihr erhebliche Stichverletzungen zugefügt. Wie jetzt bekannt wurde, handelt es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen türkischen Staatsbürger mit Wohnsitz in Gelsenkirchen, der die Frau seit etwa einem Jahr hartnäckig verfolgt, sie also „stalkt“. Eine persönliche Beziehung zwischen Opfer und Täter habe es allerdings nicht gegeben.

Weil die 32-Jährige sich durch den 43-Jährigen bedroht fühlte, wandte sie sich an die Polizei beziehungsweise an die Justiz: Ein Gericht verbot dem Mann daraufhin, sich der Frau zu nähern – an diese Auflage habe sich der 43-Jährige allerdings nicht gehalten.

Am Samstag hatte der Mann die 32-Jährige erneut belästigt. Eine halbe Stunde vor der Messerattacke hatte die Frau deswegen die Polizei gerufen. „Die Beamten haben dem Mann eine Gefährderansprache gehalten und ihm einen Platzverweis erteilt“, berichtete Staatsanwältin Elke Hinterberg, „dieser Aufforderung ist er zunächst auch nachgekommen.“ Später sei er aber zurückgekehrt – dann kam es zur Messerattacke. Zuvor sei der Mann nicht gewalttätig geworden, so die Staatsanwältin.

Gegen den 43-Jährigen hat die Staatsanwaltschaft Haftbefehl wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung erlassen, aktuell sitzt er in Untersuchungshaft. Ob es zu einer Anklage wegen versuchten Mordes komme, werde sich im Laufe der Ermittlungen herausstellen, so Elke Hinterberg. Bislang habe der mutmaßliche Täter noch keine Aussage gemacht.

Foto: Uwe Schlick/Pixelio.de

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Kommentare

Kommentar von Susanne Kerstan |

Trotz verschärfter Stalking Gesetze passiert erst dann etwas , wenn das Stalking Opfer schwerverletzt am Boden liegt !!
Man ist hilflos und traut sich kaum noch aus dem Haus !!

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