Petry kapituliert

Von Boris Spernol und Matthias Heselmann

Resignierte Gesichter bei der AfD: Mit lautstarken Sprechgesängen, ohrenbetäubendem Trillerpfeifen und bunten Bannern haben mehr als 600 Demonstranten auf der Hochstraße gegen die Partei protestiert.

Damit verhinderten sie offenbar auch den angekündigten Auftritt der Bundesvorsitzenden der Partei, Frauke Petry, und ihres Ehemannes, des NRW-Spitzenkandidaten Marcus Pretzell. Die Teilnahme der beiden Politiker an der AfD-Wahlkampfveranstaltung auf der Hochstraße sei „aus Sicherheitsgründen“ abgesagt worden, erklärte ein AfD-Sprecher. Deswegen wurde die Veranstaltung im Herzen von Buer auch bereits gegen 19 Uhr vorzeitig beendet – eine Stunde eher als geplant.

Bereits gut eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn hatten sich zahlreiche Demonstranten – Vertreter demokratischer Parteien, christlicher Verbände, Jugendliche und Senioren – rund um die Bühne am Goldbergplatz versammelt, um mit ihrem lautstarken Protest die Kundgebung der rechtspopulistischen Partei zu stören. Flankiert von Parteiflaggen jeglicher Couleur und Schildern mit Aufschriften wie „Bunt statt Braun“ oder „Gemeinsam gegen Rechtspopulismus und Rassismus“. So ging vor knapp 100 AfD-Anhängern der Auftritt des Gelsenkirchener Musikers Detlef „Magic“ Lauster akustisch ebenso unter wie die Redebeiträge des Esseners Guido Reil, der mit seinem Wechsel von der SPD zur AfD bundesweit für Aufsehen gesorgt hatte, und des Gelsenkirchener Landtagskandidaten der Partei, Jan Preuss.

Die Gelsenkirchener Polizei hatte zusammen mit zahlreichen Bereitschaftskräften der Hundertschaft den Bereich zwischen Demonstranten und der Kundgebung abgeriegelt. „Jeder hat hier das verfassungsmäßige Recht, seine Veranstaltung vernünftig durchzuführen. Unsere Aufgabe ist es dafür zu sorgen, dass hier jeder seine Meinung äußern kann“, sagte ein Sprecher der Polizei, der insgesamt ein positives Fazit zog. Der Einsatz sei ruhig und ohne Zwischenfälle verlaufen.

Fotos: Spernol/Heselmann

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