SC Hassel feiert eine große Erfolgsgeschichte

Von Frank Leszinski

Das ist ein Grund zum Feiern: Einer der profiliertesten Amateurvereine Gelsenkirchens, der weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist, begeht am Samstag seinen 100. Geburtstag. Und dabei hat der SC Hassel allen Grund, auf die geleistete Arbeit in den vergangenen Jahrzehnten stolz zu sein. Aus kleinsten Anfängen im April 1919 als BV Hassel gegründet und bereits 1920 in SC Buer-Hassel 1919 umbenannt, entwickelte sich eine Erfolgsgeschichte, die in der Gelsenkirchener Vereinslandschaft ohne Beispiel ist.

Denn der reine Fußballclub, der der SC Hassel bis 1970 war, entwickelte sich unter der Leitung von Uwe Martin, dem heutigen Ehrenvorsitzender, zu einem Mehrspartenverein, der vielen Sportlern zu einer Heimat wurde, die sie nicht mehr missen wollten.

Natürlich gab es auch schwierige Zeiten, aber bei Uwe Martin überwiegt die Freude über das Geleistete mit vielen ehrenamtlichen Helfern, die sich für keine Arbeit zu schade waren. „Um die Fußball-Abteilung habe ich mir zuletzt große Sorgen gemacht. Doch jetzt bewundere ich die Arbeit des neuen Vorstandes, der sich voll reinhängt. Leider werden die ehrenamtlichen Kräfte auch bei uns immer weniger“, erzählt Martin, der für seine Arbeit unzählige Ehrungen erhalten hat, darunter auch den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.

Zwischen 1974 und 2005 stand der gebürtige Oberschlesier an der Spitze des Traditionsvereins, der in seinen besten Zeiten zehn Abteilungen und über 2000 Mitglieder hatte. Insgesamt leistete Uwe Martin 42 Jahre Vorstandsarbeit und war dabei immer bestrebt, mit seinem ausgleichenden Wesen aufkommende Konflikte schnell zu entschärfen und eine befriedigende Lösung für alle Seiten zu finden.

Ein Hasseler Erfolgsrezept war die moderne Satzung, in der jede Abteilung ihr Geld selbst verwaltete und Funktionäre, die hohe Sachkompetenz mit der Liebe zu ihren Verein in großartiger Weise verbanden.

Als da wären der legendäre Geschäftsführer Heinz Stork, der keiner Diskussion aus dem Weg ging, wenn es um die Belange des SC Hassel ging; der feingeistige Fußball-Abteilungsleiter Horst Bitter, der mit viel Herzblut die Kicker über Jahrzehnte lenkte; der klug meist im Hintergrund agierende langjährige Zweite Vorsitzende Dr. Reinhard Ellebrecht; der „Herr der Zahlen“, Kassierer Jürgen Krautwald; oder Schiedsrichter-Experte Günter Radke, der als stellvertretender Hauptgeschäftsführer auch noch viel bürokratische Arbeit bewältigte.

Als diese Riege abtrat, bekam der SC Hassel für einige Zeit zu spüren, wie viel ihm an Leidenschaft und Sachkompetenz verloren ging. Doch mittlerweile ist der Traditionsclub wieder in ruhigen Fahrwassern. Zwar schmerzt gerade die Fußballfans, dass ihr Club nur noch in der Bezirksliga spielt. Aber nun ist ein stabiles Fundament geschaffen. Die Chance besteht, dass es bald wieder höher hinausgehen kann.

Der aktuelle Erste Vorsitzende Rainer Knaup war viele Jahre ein guter Langstreckler. Er hat also einen langen Atem, der nötig ist, in einer Zeit, in der es der Amateursport wieder schwerer hat, Aufmerksamkeit und Sponsoren zu gewonnen, öffentlichkeitswirksam bestehen zu können.

Heinz Stork erinnert sich wehmütig daran, als der SC Hassel beim erstmaligen Oberliga-Aufstieg 1987 auf einen Zuschauerschnitt von 991 Fans kam. Pro Spiel wohlgemerkt. Eine Zahl, die heute im Zeitalter von E-Sport und Fußball-Bundesliga, die alle anderen Sportarten bis zur Bedeutungslosigkeit an den Rand drängt, kaum noch zu glauben ist.
Doch bei allen Klagen hat es die Vereinsfamilie des SC Hassel nie belassen, sondern immer mutig angepackt. Deshalb darf am Samstag auch kräftig gefeiert werden. Auf die nächsten 100 Jahre!

Zur Info:
Den 100. Geburtstag feiert der SC Hassel am kommenden Samstag, 13. Juli, in der Mehrzweckhalle, Polsumer Str. 67, mit einem großen Fest. Neben Live-Musik mit der Band „We3N“ und Ehrungen tritt die Hasseler Schreberjugend auf. Speise und Getränke werden zu moderaten Preisen angeboten. Mitglieder und Gäste sind herzlich willkommen. Die Karten gibt es im Vorverkauf am Donnerstag von 10 Uhr bis 12 Uhr im Geschäftszimmer oder von 18 bis 20 Uhr im Vereinsheim der Fußballer auf der Sportanlage Lüttinghof.

 

« Vorherige Seite

Kommentare

Um Kommentare zu schreiben, bitte einloggen oder bei www.buer-total.de anmelden.