Sitzungsbesucher greift Klasmann tätlich an

Buer. (spe) Seit vielen Jahren engagiert sich Thomas Klasmann in der Kommunalpolitik. Die Sitzung der Bezirksvertretung Nord am Donnerstagabend aber wird der 61-jährige Bezirksbürgermeister wohl nicht so schnell vergessen: In einer Sitzungspause attackierte ihn ein Mann aus Hassel, der als Besucher im Zuschauerbereich an der öffentlichen Sitzung teilnahm. „Ich muss das jetzt erst einmal verarbeiten“, sagte Thomas Klasmann am Wochenende am Telefon von seinem Urlaubsort aus. Zwar blieb er bei dem Angriff körperlich unversehrt, ist nach eigenen Worten aber froh, nun im – schon länger geplanten – Urlaub etwas Abstand zu haben. Auch räumlich.

Klasmann hat noch am Donnerstagabend Anzeige gegen den 58-Jährigen gestellt. Die Polizei leitete ein Strafverfahren ein. Im Polizeibericht heißt es, „der Hasseler stieß dem 61-Jährigen mit dem Ellbogen in die Rippen und entfernte sich in unbekannte Richtung“. Anders allerdings, als es im Bericht der Polizei heißt, betont Klasmann, dass es in der Pause zunächst eine verbale Auseinandersetzung zwischen dem Angreifer und ihm gegeben habe, die eskaliert sei. „Das kam für mich völlig unerwartet und plötzlich. Mehr möchte ich mich in der Sache aber zurzeit auch nicht äußern, da es jetzt ja ein schwebendes Verfahren ist“, sagte er am Telefon.

Wohl aber hatte der 58-Jährige zuvor mehrmals dazwischen gerufen und die Veranstaltung gestört. Zwischenrufe aus dem Publikum in den Sitzungen der Bezirksvertretungen sind aber nicht erlaubt. Der Mann müsse das wissen, weil er schon wiederholt anwesend gewesen sei, aber die Regeln des Hauses schienen ihn nicht zu interessieren, hieß es von anderen Sitzungsteilnehmern.

Nach dem Vorfall führte Thomas Klasmann die Sitzung zunächst weiter, bat aber etwas später um eine weitere Unterbrechung und besprach sich kurz mit den Fraktionschefs von CDU und SPD. „Ich war nicht mehr in der Lage, die Sitzung zu leiten“, sagte Klasmann am Freitagmorgen. „Ich hätte nie gedacht, dass ich so etwas erleben muss.“ Dieter Kutzbarski (CDU) führte die Sitzung als stellvertretender Bezirksbürgermeister für Klasmann weiter. „Eine Tätlichkeit im Rathaus verurteile ich aufs Schärfste. Wir üben ein Ehrenamt aus. Auch wenn nicht alle Bürger in allen Punkten mit uns übereinstimmen: Wir geben unser Bestes“, sagte Kutzbarski. Der Angriff habe ihn ebenso wie die anderen Mitglieder der Bezirksvertretung und die zahlreichen Besucher der Sitzung sehr entsetzt.

- Foto: NBM (Archiv)

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