Volksbank legt Bilanz vor

Von Matthias Heselmann

Dem niedrigen Zinsniveau wollte Dr. Peter Bottermann dann doch nicht die alleinige Verantwortung geben. „Die Volksbank Ruhr Mitte hat 2018 36 Prozent mehr Kredite an Geschäfts- und Privatkunden vergeben als noch im Jahr davor – und das liegt auch an der guten Arbeit unserer Mitarbeiter“, schmunzelte der Vorstand der Volksbank.

Dass das anhaltend niedrige Zinsniveau natürlich derzeit die Aufnahme von Krediten attraktiv macht, stellte Bottermann nicht in Abrede. Da ein Ende der Null- bis Negativzinspolitik der Europäischen Zentralbank nicht in Sicht ist, ist es für Anleger derzeit attraktiver, ihr Geld etwa in Immobilien zu investieren, als es auf dem Sparkonto liegen zu lassen. „Der Kredit ist günstig und bleibt auch günstig“, so Bottermann.

Auch mit dem sonstigen Verlauf des Jahres 2018 zeigten sich Bottermann und sein Vorstandskollege Ingo Abrahams zufrieden. Das Geschäftsjahr schließt die Volksbank Ruhr Mitte auf Vorjahresniveau mit einem Jahresüberschuss von 4,4 Mio. Euro ab. Bereits am Dienstag hatten die 132 anwesenden Vertreterinnen und Vertreter der Volksbank für den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss und die vorgeschlagene Verwendung des Bilanzgewinns in Höhe von 3,10 Mio. Euro votiert. Damit erhalten die rund 45.000 Mitglieder (darunter 458 neue Bankteilhaber) wie im Vorjahr eine Dividende von 3,0 Prozent auf die Geschäftsguthaben. Der Jahresüberschuss insgesamt beläuft sich auf 4,40 Mio. Euro – 3,7 Mio. Euro davon verwendet die Bank zur Stärkung ihres Eigenkapitals.

Die Bilanzsumme steigerte sich 2018 auf 2,17 Mrd. Euro, ein Plus von 2,5 Prozent. Das Aktivgeschäft legte 2018 erneut überdurchschnittlich zu. Die Kundenforderungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 73,5 Mio. Euro (5,5 Prozent) und summierten sich auf knapp 1,41 Mrd. Euro.

Zufrieden zeigte man sich bei der Bank auch mit dem neuen Konzept der „VB-NEXT“-Filialen. In Herten hatte Anfang 2018 die erste Filiale dieser Art eröffnet. Anders als an herkömmlichen Standorte sollen hier vor allem digital affine Kunden angesprochen werden – die Rückmeldungen seien fast durchweg positiv gewesen, so Ingo Abrahams. „Die erlebte Beratung, das besondere Raumkonzept, die Beratungszeiten bis 19 Uhr und die Betreuung über verschiedene Online-Kanäle wurden als ‚sehr positiv‘ bewertet“, berichtet Abrahams.

Bereits im September dieses Jahres soll in Gladbeck eine zweite „VB-NEXT“-Filiale eröffnet werden. Im kommenden Jahr soll dann eine Filiale in Buer am Standort Goldbergplatz folgen, 2021 auch im Stadtsüden, allerdings werde dort noch ein Standort gesucht.

Schon einmal vormerken sollten sich die Kunden der Volksbank das Wochenende vom 9. bis zum 11. August: Dann kann es aufgrund einer Systemumstellung bei der Bank zu Einschränkungen kommen. Insgesamt werde der Genossenschaftliche Finanzverbund in den nächsten fünf Jahren rund eine halbe Milliarde Euro in die Entwicklung und Einführung neuer digitaler Angebote investieren. Erste Angebote werden ab Spätsommer verfügbar sein, z. B. das mobile Zahlen mit dem Smartphone.

2018 beschäftigte die Volksbank im Durchschnitt 391 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter 24 Auszubildende und 86 Teilzeitkräfte. Für das im August beginnende neue Ausbildungsjahr können sich Spät- Entschlossene noch bewerben.

Foto: Heselmann

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