Großer Kampf wird nicht belohnt

Von Matthias Heselmann

Sie haben es besser gemacht als im Hinspiel, sie haben tapfer gekämpft, doch es hat nicht gereicht: Zwar gewann Schalke das Viertelfinal-Rückspiel in der Europa League mit 3:2 (0:0, 2:0) nach Verlängerung, doch aufgrund der 0:2-Niederlage im Hinspiel sind die Königsblauen ausgeschieden.

Beim Hinspiel in der vergangenen Woche hatte sich Sead Kolasinac beim Aufwärmen verletzt, für ihn musste kurzfristig Dennis Aogo einspringen. Dieses Mal stand Kolasinac von Anfang an auf dem Platz, Aogo musste auf die Bank zurück. Sascha Riether ersetzte den gelbgesperrten Thilo Kehrer, außerdem setzte Weinzierl auf Benjamin Stambouli, dafür blieb Alessandro Schöpf draußen.

0:2 hatte Schalke in Amsterdam verloren, diese beiden Tore galt es aufzuholen: Vor dem Spiel stimmte ein eigens gedrehter Kurzfilm Fans und Mannschaft noch einmal auf dieses Ziel ein. „In Gladbach reichten 45 Minuten“, hieß es da mit Verweis auf die letzte Runde – „gegen Ajax haben wir 90 Minuten.“

Doch die Schalker legten los, als hätte man ihnen gesagt, sie hätten nur zehn Minuten: Gleich in der der ersten Minute hatte Leon Goretzka die erste Chance, als er nach einer schönen Hereingabe von Kolasinac knapp am Tor vorbei schoss. Und nur eine Minute später hätte es beinahe 1:0 für Schalke gestanden, doch Max Meyers Flachschuss landete am Pfosten.

Der turbulente Beginn sorgte natürlich für Stimmung in der Arena – doch dieses Tempo hielten die Schalker nicht durch. Amsterdam kam jetzt besser ins Spiel, es dauerte bis zur 15. Minute, bis die Königsblauen wieder vors Tor kamen. Erneut war es Goretzka, seinen Weitschussversuch aus 18 Metern setzte er aber über das Tor. Auch die nächste Chance vergab der Ex-Bochumer: Fünf Minuten später bekam er den Ball in aussichtsreicher Position, doch anstatt noch ein paar Meter zu gehen, schloss er überhastet ab.

Und Amsterdam? Auch die Niederländer hatten ihre Chancen, die beste und sehenswerteste in der 24. Minute, als Nick Viergever am Rand des Fünfmeterraums zu einem Fallrückzieher ansetzte, der Ball aber in die Arme von Ralf Fährmann landete.

Jetzt war Ajax am Drücker, die Königsblauen hatte ihre liebe Mühe, die Bälle überhaupt vom eigenen Strafraum fern zu halten. Doch vor der Pause fielen keine Tore mehr.

Die zweite Halbzeit begann spektakulär: Einen Freistoß von Lasse Schöne aus 20 Metern konnte Ralf Fährmann nur mit Mühe parieren (47.). In der 53. Minute durfte die Mehrzahl der 53.701 Zuschauer dann endlich jubeln – und es war nur folgerichtig, dass es Goretzka war, der das 1:0 markierte. Nur drei Minuten später glich Schalke dann in der Gesamtwertung aus: Nach Vorarbeit von Kolasinac und Flanke von Meyer traf Burgstaller: 2:0.

Ab der 80. Minute musste Amsterdam in Unterzahl spielen: Nach einem Foul an Kolasinac sah Joel Veltman die gelb-rote Karte. In der Nachspielzeit der regulären Spielzeit hätte Höwedes beinahe die Entscheidung herbeigeführt – seinen Gewaltschuss konnte Keeper Andre Onana jedoch gerade noch abwehren.

2:0 hieß es nach 90 Minuten – also gab es 30 Minuten drauf, und Schalke wollte jetzt die Entscheidung. In der 99. Minute setzte Geis einen gefühlvollen Schuss noch aufs Tordach, zwei Minuten später stand es dann 3:0: Daniel Caliguiri traf per Kopf nach einer Kolasinac-Flanke. Mit diesem Ergebnis wäre Schalke eine Runde weiter – doch der Stimmungsdämpfer kam in der 111. Minute. Nach einem Getümmel im Strafraum kann Schalke den Ball nicht klären, von Viergever prallt der Ball ins Tor – jetzt war Ajax im Halbfinale. Jetzt warf Schalke alles nach vorne und fing sich in der 120. Minute noch einen Konter: Amin Younes setzte mit dem 2:3 den Schlusspunkt unter eine dramatische Partie.

Foto: NBM

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