Auf Tedesco wartet noch viel Arbeit

Von Frank Leszinski

So zufrieden Domenico Tedesco nach dem ersten Testspiel in Erkenschwick gewirkt hatte, so nachdenklich und enttäuscht trat der Schalker-Trainer nach dem 1:0 (0:0)-Erfolg beim SC Paderborn vor 8017 Zuschauern vor die Journalisten. Seine Körpersprache während der 90 Minuten am Spielfeldrand drückte eindeutig eine gewisse Unzufriedenheit aus. Sogar ein kleines Wortgefecht lieferte sich der 31-Jährige mit Schiedsrichter Sven Waschitzki im Laufe der Partie, die durch einen Treffer von Yevhen Konoplyanka (20.) entschieden wurde.

Nun besteht nach rund zweiwöchiger Vorbereitung gewiss kein Grund zur Panik, doch Tedesco seufzte: „Es wartet noch eine Menge Arbeit auf uns.“ Sein drei wichtigsten Aufgaben in den nächsten Wochen sind:

Die schnelle Integration der Neuzugänge: Mit Bastian Oczipka von Eintracht Frankfurt, der einen Drei-Jahres-Vertrag erhält und für rund 4,5 Millionen Euro am Samstag verpflichtet wurde, steht der dritte externe Neuzugang nach Amine Harit (FC Nantes) und Pablo Insua (Deportivo La Coruna) fest. Der Linksverteidiger schaute sich in Paderborn den Auftritt seiner neuen Mannschaftskameraden an und flog auch gestern Abend mit nach China.

„Bastian ist ein zuverlässiger Linksverteidiger, der die Bundesliga gut kennt. Er besitzt die Fähigkeit, seine Seite als Außenverteidiger defensiv zu schließen und offensiv für Gefahr zu sorgen“, sagte Tedesco über den 28-Jährigen. Der wenige Tage zuvor verpflichtete Amine Harit gab in Paderborn sein Debüt im Schalke-Trikot, ohne dass er sonderlich auffiel.

Die Verkleinerung des Kaders: Tedesco deutete am Samstag an, dass schon nach der China-Reise weitere personelle Entscheidungen fallen könnten. 29 Spieler umfasst aktuell der Kader. Tedesco und Manager Christian Heidel sehen 25 Akteure inklusive der Torhüter als Idealzahl an. Nach den bisherigen Trainings- und Testspieleindrücken haben von den drei Jungprofis vor allem Weston McKennie und Haji Wright gute Chancen, weiter zum Profikader zu gehören. McKennie überzeugte in Paderborn durch gute Pässe und starke Spielübersicht. „Die Sechserposition spiele ich am liebsten. Ich freue mich, dass ich jetzt bei den Profis lernen und spielen darf“, sagte der 18-Jährige. Als Sohn eines in Deutschland stationierten US-Soldaten verbrachte er große Teile seiner Kindheit in der Nähe von Kaiserslautern, so dass er gut Deutsch spricht, was die Integration auf Schalke gewiss erleichtert hat.

Die Disziplin und den Teamgeist stärken: Donis Avdijaj war der einzige Schalker Spieler, der in Paderborn nur eine Zuschauerrolle ausfüllte. Tedesco setzte damit ein erstes Zeichen, dass er Disziplinlosigkeiten nicht durchgehen lässt. „Wir waschen unsere dreckige Wäsche intern,“ mehr mochte der 31-Jährige zu seiner Entscheidung, die Avdijaj einen „dicken Hals“ bescherte, nicht sagen. Heidel verriet etwas mehr: „Es ist nichts Dramatisches passiert, aber wenn ein Spieler erheblich zu spät zu einem Termin kommt, dann spielt er eben nicht. Das ist unprofessionell.“

Bei Avdijaj war es jedoch nicht das erste Mal, dass er negativ auffiel. Auf den sportlichen Durchbruch wartet der 20-Jährige dagegen immer noch.

Foto: NBM

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