Berni Klodt, der Bankdrücker - Teil 2 der Schalker WM-Geschichte

Von Frank Leszinski

Im zweiten Teil in unserer Geschichte über die deutschen Schalker WM-Teilnehmer geht es um die Jahre 1950 bis 1962. (Hier geht es zu Teil 1.)

Bei der WM 1950 in Brasilien fehlte Deutschland aus politischen Gründen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war der DFB aus der FIFA ausgeschlossen worden, und über die Wiederaufnahme des inzwischen auf die Bundesrepublik Deutschland reduzierten Verbandes wurde erst im Sommer 1950 entschieden.

Vier Jahre später war Deutschland in der Schweiz dabei und schrieb das „Wunder von Bern“. Die deutsche Mannschaft holte im Finale gegen Ungarn einen frühen 0:2 Rückstand durch Tore des Nürnbergers Max Morlock und des Esseners Helmut Rahn noch bis zur Halbzeit auf, um schließlich in der 84. Minute mit dem 3:2 Siegtreffer, wieder durch Rahn, sensationell Weltmeister zu werden.

Dieser Erfolg war in mehrfacher Hinsicht von großer Bedeutung. Er führte zu in Deutschland nach 1945 bis dahin unbekannten Emotionsausbrüchen, die bei der Rückkehr der deutschen Mannschaft in einem Sonderzug und bei Empfängen in den jeweiligen Heimatstädten zu chaotischen Verhältnissen führten.

Auch der Schalker Berni Klodt (das Foto zeigt ihn mit der Meisterschale) gehörte zum Weltmeisterteam, doch im Endspiel musste er zuschauen. Klodt trug es mit Fassung und zeigte imponierenden Teamgeist. Er hatte den Sinn des Mannschaftsspiels verinnerlicht und spielte sich nicht in den Vordergrund. „Es ist doch egal, wer spielt, Hauptsache, wir gewinnen“, soll er gesagt haben, nachdem Helmut Rahn ihm in der zweiten Turnierhälfte vorgezogen wurde.
Trainer Herberger schenkte Klodt nach dem Triumph von Bern seine Goldmedaille. „Er war mein wertvollster Ersatzmann“, soll Herberger hinterher gesagt haben.

Vier Jahre später, bei der WM 1958 in Schweden, war Berni Klodt nicht nur wieder als einziger Schalker Spieler dabei, sondern er musste wie 1954 in den entscheidenden Partien auf der Ersatzbank Platz nehmen. Zweifellos eine ganz bittere Geschichte für den untadeligen Fußballer, der in diesem Jahr wenigstens mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft mit seinen Königsblauen etwas versöhnt wurde.

Mit den Abwehrspielern Hans Nowak und Willi Schulz sowie Stürmer Willi Koslowski waren bei einer Weltmeisterschaft, nämlich 1962 in Chile, erstmals drei Schalker Spieler dabei. Nowak und Schulz sorgten dafür, das die Abwehr in diesen WM-Tagen in Südamerika das große Plus der DFB-Elf war. In der Defensive überzeugte die Mannschaft voll, sie gehörte mit zu den Besten des Turniers. Allerdings blieb am Ende das Fazit: Aus deutscher Sicht war das Turnier in Chile eines der enttäuschendsten Turniere aller Zeiten. Nach gerade einmal vier Partien musste das Team von Sepp Herberger den Heimflug antreten.

Foto: NBM (Archiv)

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