Bleibt Heidel bei Goretzka hart?

Von Frank Leszinski

Obwohl sich Schalke-Trainer Markus Weinzierl am Donnerstag alle Mühe gab, das Saisonfinale in Ingolstadt (Sa. 15.30 Uhr) nicht zur Randnotiz verkommen zu lassen, die meisten Fragen der Medienvertreter galten der Zukunft der Königsblauen, und hier vor allem von Leon Goretzka.

Dass sein Berater Jörg Neubauer am Donnerstag in München gesichtet wurde, beflügelte die Fantasie der Journalisten. Schalke-Manager Christian Heidel blieb gelassen. „Heute waren drei verschiedene Berater zu Gesprächen bei mir. Wenn alle Spieler, die sie betreuen, zu Schalke kommen würden, könnten wir eine neue Mannschaft aufmachen,“ sagte der 53-Jährige mit einem Augenzwinkern.

Dass Goretzka unverkäuflich sei, habe er nie gesagt, so Heidel. Gleichzeitig machte er jedoch deutlich: „Wir tun alles dafür, damit Leon über den 30. Juni 2018 auf Schalke bleibt.“ So lange läuft noch der Vertrag des Nationalspielers, was oft vergessen wird. Schalke sitzt somit am längeren Hebel. Wollen die Königsblauen Goretzka bis zu diesem Zeitpunkt unbedingt halten, dann kann sie niemand davon abbringen.

Auch nicht der große FC Bayern, der sich überlegen muss, für einen jungen Nationalspieler einen zweistelligen Millionenbetrag zu bieten, dessen Vertrag im nächsten Jahr ausläuft. Schalke soll dem 22-Jährigen längst ein neues Vertragsangebot mit deutlich verbesserten Bezügen angeboten haben. Noch ist das Pokerspiel in vollem Gange. Heidel: „Wir haben ein sehr offenes und faires Verhältnis mit Berater Neubauer und Leon Goretzka. Mir steht es überhaupt nicht zu, darüber zu urteilen, dass Neubauer in München war.“ Es gebe für Goretzka weder eine Anfrage noch ein offizielles Angebot aus München.

Doch bleibt Heidel hart, wenn die Bayern eine Offerte für Goretzka machen? Der Mittelfeldspieler soll eine Führungsrolle bei den Königsblauen in den nächsten Jahren einnehmen. Die Umbauarbeiten beim Traditionsklub sind längst in vollem Gange. Spätestens nach dem Ingolstadt-Spiel wissen alle Spieler Bescheid, welche Perspektive sie bei den Blau-Weißen haben.

Schon Klarheit haben die Talente Luke Hemmerich (19), Haji Wright (19) und Weston McKennie (18), die ab sofort bei den Profis mittrainieren dürfen. „Mit ihnen haben wir mehr Alternativen für das letzte Bundesliga-Spiel. Sie werden sich zerreißen,“ so Weinzierl, der zahlreiche Stammkräfte ersetzen muss. Neben Benedikt Höwedes (Leisten-Operation) und Sead Kolasinac (Sperre) fallen wohl auch die angeschlagenen Max Meyer und Daniel Caligiuri aus.

Bevor am Sonntag der Urlaub beginnt, wird ein Teil der Profis beim Eurofighter-Spiel am Sonntag (18.30 Uhr) in der Veltins-Arena zu Gast sein. Rund 25 000 Karten sind bisher verkauft.

Foto: NBM

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