Bodo Menze: Vom Nachwuchsleiter zum Chefdiplomaten

Der 60-Jährige gibt einen Teil seiner Aufgaben bei Schalke 04 ab

von Boris Spernol

Dass die königsblaue Knappenschmiede international schon seit Jahren einen ausgezeichneten Ruf genießt, ist ihm zu verdanken: Mehr als 23 Jahre hat Bodo Menze dem Schalker Nachwuchsleistungszentrum seinen Stempel aufgedrückt. Nun möchte der 60-Jährige etwas kürzer treten. Offiziell schon seit 1. Januar 2014 fungiert er deshalb nicht mehr als Administrativer Leiter, wie der Verein aber erst jetzt bekannt gab.

Die Nachfolge als Leiter der Knappenschmiede hat Oliver Ruhnert mit der neu geschaffenen Stelle „Direktor Nachwuchs" übernommen. Der 42-Jährige ist seit April 2008 erfolgreich als Scout für den Verein tätig und war schon seit 2011 bereits Sportlicher Leiter der Knappenschmiede.

„Ich bin vor Weihnachten auf den Vorstand zugegangen und habe um Entlastung gebeten", erzählt Bodo Menze, der stets den Anspruch hatte, seine Aufgaben „so zu erledigen, dass ich sie gut erledige", wie er sagt. Doch sein Schreibtisch ist in den vergangenen Jahren immer voller geworden, und Menze wollte sich „nicht verzetteln". Gleichwohl räumt er ein: „Der Schritt ist mir nicht leicht gefallen. Aber irgendwann muss man einen Schnitt machen." Er sei inzwischen in einem Alter, in dem „der Abschied vom Berufsleben" näher rücke. „Und ich glaube, es ist nicht gut, wenn ich dann auf einmal tausend Sachen fallen lasse, ich möchte das lieber schrittweise tun." Menze erhofft sich „weniger Hektik und Druck", sagt er. „Ich muss nur noch lernen, auch einmal nein zu sagen", sagt er und lacht.

Menze avanciert nun vom Nachwuchsleiter zum Schalker „Chefdiplomaten": ein Job, den er - mit steigender Intensität - in den letzten Jahren freilich schon nebenbei hatte mit erledigen müssen: „Ich möchte mich ganz auf den Bereich Internationale Beziehungen und Verbände konzentrieren", sagt Menze. Diese beiden Bereiche wurden von Schalke in einer neu geschaffenen Planstelle zusammengefasst. „Ich habe Spaß an solchen Dingen und kann gut auf internationaler Ebene mit Menschen umgehen. Ich bin überzeugt, dass ich dem Verein so helfen kann."

Menze fungiert nun als Verbindungsstelle zwischen den beteiligten Vereinen in den europäischen Vereinswettbewerben und vertritt Schalke und die Liga bei der Europäischen Fußballclub Vereinigung (ECA) in Genf als stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgruppe „Nachwuchsförderung".
Außerdem ist er als Vorsitzender des Westdeutschen Ligaausschusses tätig und gleichzeitig Mitglied im Fußball-Ausschuss und im Präsidium des Westdeutschen Fußball- und Leichtathletik-Verbandes.

Ganz wird Menze „seiner" Knappenschmiede indes nicht den Rücken kehren: Seine in Genf existierenden internationalen Kontakte will er zum Wohle der Nachwuchsförderung des FC Schalke 04 nutzen. „Und meine Tür steht immer allen für Fragen offen", sagt Menze, der auch eine einleuchtende Begründung dafür parat hat, warum er nicht noch bis zum Saisonende Administrativer Leiter der Nachwuchsabteilung geblieben ist: „Jetzt beginnt schon die Planung für die nächste Saison. Damit habe ich nichts mehr zu tun."

Foto: Menze

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