Burgstaller will liefern

Tabellenführer FC Schalke 04: Das könnte am Freitagabend für knapp 20 Stunden Realität werden, vorausgesetzt, die Königsblauen besiegen Mainz.

Und zwar mit mindestens drei Toren Unterschied, dann hätte Schalke die bessere Tordifferenz gegenüber dem aktuellen Spitzenreiter RB Leipzig. Doch von solchen Gedankenspielen hält Schalke-Trainer David Wagner vor dem Heimspiel gegen die Rheinhessen (20.30 Uhr/DAZN) überhaupt nichts.

 

 

Trotz der erfreulichen Tendenz nach den jüngst gezeigten Leistungen habe sein Team noch „in allen Bereichen richtig viel Luft nach oben“. Wagner: „Wir waren in einigen Situationen zu passiv und in Umschaltmomenten haben wir einige Chancen liegengelassen“.


Der 47-Jährige verriet erst kürzlich im Interview mit dieser Zeitung, dass er erst nach der Hinrunde bereit sei, ein Saisonziel für den FC Schalke 04 zu formulieren. Alles andere wäre unseriös, weil er immer noch in der Kennenlernphase stecke, was Schalke und die Bundesliga im Allgemeinen und seine Spieler im Besonderen betreffe. Von den meisten seiner Kicker hat Wagner aber nun schon ein genaueres Bild.


Wie zum Beispiel von Guido Burgstaller, dem Mittelstürmer, dem in der Saisonvorbereitung noch viele Treffer gelangen, der aber in der Bundesliga noch ohne Torerfolg ist. Beim letzten Meisterschaftsspiel in Paderborn ließ der Angreifer selbst beste Möglichkeiten aus. Wer den ehrgeizigen Österreicher etwas näher kennt, weiß genau, wie dieser Chancenwucher an ihm nagt und ihn ärgert.


Ein Zustand, der Wagner jedoch überhaupt keine Sorgen macht. Denn Burgstaller arbeite extrem viel für die Mannschaft. „Ich bin mit seiner Defensivarbeit und Torgefahr sehr zufrieden. Er hat in beiden vergangenen Spielen ein Tor vorbereitet. Unter dem Strich ist mir wurscht, wer die Tore erzielt“, betonte der Schalker Coach.


Er ist sich ganz sicher, dass beim Österreicher bald der Torknoten platzen wird. „Wenn er so weitermacht, werden die Tore automatisch kommen. Jetzt braucht er Glück beim ersten Tor, und das wird ihm dann gut tun. Aber ganz sicher: Das sollte ihn nicht großartig beschäftigen. Ansonsten rede ich mit ihm. Wenn er aber so weitermacht, bin ich zufrieden“, genießt Burgstaller bei Wagner einen hohen Stellenwert.


Deshalb ist davon auszugehen, dass der 30-Jährige auch heute Abend in der Schalker Startformation stehen wird. Auch wenn angesichts der guten Personallage der Schalker Trainer in allen Mannschaftsteilen über reichlich Variationsmöglichkeiten verfügt, ist er bisher nicht in den Verdacht geraten, ein Anhänger der Rotation zu sein.
Was durchaus nachvollziehbar ist, denn Schalke fehlt in dieser Saison auf internationaler Ebene. Es gibt also weniger Spiele. Die physischen und psychischen Belastungen sind ohne Europapokalspiele deutlich geringer. Wagner: „Die Jungs, die gespielt haben, haben auch zuvor gut gespielt. Wir müssen schauen, wer wie frisch sein wird. Prinzipiell würde ich nicht ausschließen zu wechseln, aber es kann auch gut sein, dass wir so erneut starten“.


Burgstaller wird sich allerdings im Klaren darüber sein, dass ihm mit Ahmed Kutucu ein junger Konkurrent im Nacken sitzt, den er nicht unterschätzen darf. Und der nach seinem Tor in Paderborn, noch ein bisschen mehr Selbstvertrauen bekommen hat.


Deshalb wird es interessant zu beobachten sein, wie sich der interne Konkurrenzkampf zwischen Routinier (Burgstaller) und Youngster (Kutucu) weiter entwickeln wird. Burgstaller hat mit seinem Rücktritt aus der österreichischen Nationalmannschaft deutlich gemacht, dass er sich nun ganz auf Schalke konzentrieren und so viele Tore wie möglich liefern will. Daran wird vor allem auch ein Mittelstürmer gemessen, dessen ist sich der 30-Jährige bewusst.

 

Foto: NBM (Archiv)

« Vorherige Seite

Kommentare

Um Kommentare zu schreiben, bitte einloggen oder bei www.buer-total.de anmelden.