Schalker Jubel

Auf Schalke hat der Mannschaftsgeist Einzug gehalten

 

 

Von Matthias Heselmann

 

GELSENKIRCHEN. Der kurze Zeitsprung sei gestattet: Wir schreiben Montag, 20. Januar 2014, in einer Woche beginnt die Rückrunde. Schalke hat gerade die letzten beiden Vorbereitungsspiele gegen die niederklassigen Vereine Oberhausen und Köln verloren, und angesichts dessen blicken die Fans eher mit mulmigem Gefühl auf die anstehende Rückrunde. In der Tabelle belegt Schalke den siebten Platz, die Hauptkonkurrenten um einen Platz im europäischen Geschäft sitzen in Mönchengladbach und Wolfsburg.

Das ist nur wenige Wochen her – und wie anders sieht es derzeit auf Schalke aus! Drei Spiele, drei Siege: Lediglich der in anderen Gefilden weilende FC Bayern ist so gut in die zweite Saisonhälfte gestartet. Nach den Siegen gegen Hamburg und Wolfsburg legten die Schalker am Sonntag gegen Hannover nach und zeigten darüber hinaus eine beeindruckende Leistung. Das schlägt sich auch tabellarisch nieder: Schalke steht auf Platz vier, Mönchengladbach und Wolfsburg haben vier Punkte weniger. Was sind die Gründe für den plötzlichen Erfolg?

In erster Linie scheint innerhalb der Mannschaft etwas passiert zu sein. Dass Schalke über hervorragende Einzelspieler verfügt, war klar, doch seit Beginn der Rückrunde funktioniert das Team auch als Kollektiv. Torwart Ralf Fährmann bringt es nach dem Hannover-Spiel auf den Punkt: „Man kann sagen, dass wir nicht nur einen, sondern elf Kapitäne auf dem Platz haben“, so Fährmann. „Jeder einzelne Spieler will Verantwortung übernehmen.“

Kevin-Prince Boateng weiß von teamgeistfördernden Gesprächen im Winter zu berichten: „Wir haben im Trainingslager viele Sachen angesprochen – auch Dinge, die mit Fußball direkt nichts zu tun haben.“

Was auch immer das war – es scheint zu funktionieren. Und zu funktionieren scheinen inzwischen auch Jens Kellers taktische Vorgaben: Viele Spielzüge gegen Hannover wirkten einstudiert, als eine ebenfalls sehr wirkungsvolle Maßnahme erwiesen sich die häufigen Positionswechsel zwischen Obasi und Farfan, die Verwirrung in der Abwehr der Niedersachsen stifteten.

Am Samstag wartet mit Bayer Leverkusen ein harter Brocken, doch auf Schalke ist man zuversichtlich, dass Jens Keller trotz der Ausfälle von Uchida und Höwedes (beide Muskelfaserriss) sowie vermutlich Neustädter (Knieprellung) das richtige Rezept gegen den Werksclub findet.

Einer, der ebenfalls gegen Leverkusen noch verletzt ist, ist Dennis Aogo (Kreuzbandriss) – dafür bleibt der Linksaußen Schalke länger erhalten. Für geschätzte drei Millionen Euro wechselt Aogo, der derzeit vom HSV ausgeliehen ist, im Sommer für drei Jahre von der Elbe zu Schalke.

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