Dramatische Personalnot erhöht den Transferdruck

Domenico Tedesco wird wohl nicht darum herumkommen, in dieser Woche für ein sinnvolles Training mal wieder in der eigenen U 23 oder A-Jugend anzufragen. Denn nach dem 2:2 in Berlin, dem dritten Schalker Bundesligaspiel in Folge ohne Niederlage, wurde das Zwischenhoch der eigenen Mannschaft von der dramatischen Personalnot überstattet.
Nach den Ausfällen von Guido Burgstaller, Breel Embolo und Amine Harit, deren Rückkehr offen ist, fallen nun auch noch Alessandro Schöpf, Benjamin Stambouli und Steven Skrzybski aus.

Benjamin Stambouli: Der Franzose wurde nach einem Zusammenprall mit Arne Maier bereits in der Halbzeitpause ins Krankenhaus gebracht. Dort wurde eine schwere Jochbeinfraktur festgestellt. Schalke hofft, dass der Vize-Kapitän „Ende Februar“ wieder zur Verfügung steht. Sollte das klappen, muss Stambouli allerdings mit einer Maske auflaufen.
In puncto Verletzungen steht seine Saison unter keinem guten Stern. Kurz vor dem Bundesligastart hatte sich der 28-Jährige eine schwere Syndesmoseverletzung zugezogen. Erst am 24. Oktober, beim 0:0 in Istanbul, hatte er sein Comeback gegeben. Nun folgt die nächste Zwangspause.


Alessandro Schöpf: Noch schlimmer erwischte es den österreichischen Nationalspieler. Schöpf erlitt beim Foul von Karim Rekik einen Außenbandriss und eine Kapselverletzung im linken Knie. Nach Konsultation eines weiteren Kniespezialisten soll entschieden werden, ob eine Operation nötig ist oder die Verletzung konservativ behandelt wird. „In jedem Fall muss von einer Ausfallzeit von acht bis zehn Wochen ausgegangen werden“, heißt es von Schalker Seite.
Steven Skrzybski: Am glimpflichsten kam noch der gebürtige Berliner in seiner Heimatstadt davon. Er zog sich „nur“ einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel zu. Die Schalker Prognose geht von einer Pause von zwei Wochen aus. Allerdings ist der 26-Jährige in dieser Spielzeit auch schon „ein gebranntes Kind“ im Hinblick auf Ausfallzeiten. Ein Muskelfaserriss Mitte September setzte ihn 37 Tage außer Gefecht. Im November folgte eine Schulterverletzung, die ihn zwei Wochen pausieren lassen musste.

Schalke geht also personell am Stock, was den Transferdruck weiter erhöht. Die personelle Notsituation, die Sportdirektor Axel Schuster am vergangenen Mittwoch noch bestritten hatte, ist längst eingetreten. Manager Christian Heidel ist mehr denn je gefordert, den Kader personell zu verstärken. So langsam läuft den Königsblauen die Zeit davon, weil das Transferfenster am 31. Januar schließt.

Vor allem in der Innenverteidigung und im Angriff ist die Not am größten. Schalke hat aktuell nur noch zwei Innenverteidiger – Matija Nastasic und Salif Sané – in seinem Kader. „Wenn wir einen holen, bin ich schon glücklich“, sagte Tedesco auf die Frage, wie viele Zugänge er sich für die Defensive wünscht.

Und vorne ist die Auswahl auch nicht gerade üppig. Cedric Teuchert und Haji Wright haben noch Nachholbedarf, und Mark Uth war von Tedesco eigentlich hinter den Spitzen vorgesehen. Vom jungen Ahmed Kutucu darf man keine Wunderdinge erwarten. „Ahmed macht es gut. Aber er kann Schalke nur punktuell helfen“, sagt A-Jugend-Trainer Norbert Elgert.

Foto: NBM (Archiv)

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