Ein zielstrebiger Joker

Wenn Schalke am Samstag (18.30 Uhr/Sky) gegen Gladbach antritt, wird der Königstransfer der Königsblauen wohl erst einmal auf der Bank sitzen.

Sein Stellenwert bei der sportlichen Leitung ist dennoch enorm. Als Christian Heidel am Freitag die Schalker Transferpolitik erläuterte, wurde das besonders deutlich. Der Sportvorstand erklärte sinngemäß, dass der Transfer von Rabbi Matondo von Manchester City zum FC Schalke 04 Priorität gehabt habe. Erst wenn dies nicht geklappt hätte, wäre Schalke auf andere Optionen eingegangen.

 

Heidel: „Deshalb haben wir jetzt auch darauf verzichtet, noch einen anderen Stürmer zu holen“. Entweder Matondo oder einen anderen Angreifer – eine andere Alternative sei für die Blau-Weißen nicht möglich gewesen. Dabei spielt natürlich auch die Finanzlage eine Rolle.

„Man kann nicht mal eben in der Winterpause einen Stürmer verpflichten, der im kompletten Paket passt. Bis zum Transferende bekommt man 25 Anrufe täglich und Spieler, vor allem aus England, angeboten, die 20 Millionen Euro gekostet haben, 3,5 Millionen Euro Gehalt beziehen, aber nur fünf Spiele in der Saison gemacht haben. Das können wir dann nicht stemmen“, erläuterte das Schalker Vorstandsmitglied.

Auch wenn Schalke noch etwas finanziellen Spielraum durch den Last-Minute-Wechsel von Franco Di Santo zum spanischen Erstligisten Rayo Vallecano gewann. Der 29-Jährige unterschrieb einen Vertrag bis zum Saisonende. Da in Spanien das Transferfenster am Donnerstag erst um 24 Uhr schloss und alle Unterlagen laut Heidel um 23:58 Uhr vorlagen, hat Schalke nun wenigstens einen Großverdiener (angeblich vier Millionen Euro pro Jahr) von der Gehaltsliste. Eine Ablösesumme gab es für den Bundesligisten jedoch nicht.

Mit dem Transfer von Rabbi Matondo erhofft sich Schalke nun eine ganz andere Qualität im Angriff, als sie Di Santo jahrelang verkörperte. „Er ist sehr zielstrebig und voll im Saft“, schilderte Schalke-Trainer Domenico Tedesco seine Eindrücke vom Youngster, der wohl gegen Mönchengladbach als Joker von der Bank eingeplant ist.

Heidel erinnerte zwar an das Alter von Matondo („Er ist erst 18“), aber danach folgte der Satz: „Wir haben ihn nicht für die übernächste Saison verpflichtet.“ Will heißen: Der Manager traut Matondo, den Schalke ein halbes Jahr lang intensiv beobachtete, kurzfristig den Sprung in die Bundesliga zu.

Was wohl auch für Ahmed Kutucu gilt, denn Schalke stattete den erst 18-Jährigen mit einem Profivertrag bis zum 30. Juni 2022 aus. „Für mich kann es nichts Besseres geben, als auch künftig in meiner Heimat und in meinem Wohnzimmer spielen zu dürfen“, freute sich der gebürtige Gelsenkirchener.

Vielleicht kommt er am Samstag zu seinem fünften Bundesligaeinsatz gegen Borussia Mönchengladbach. Der Tabellendritte reist nach zwei Siegen ohne Gegentor in den ersten beiden Partien der Rückrunde mit breiter Brust nach Gelsenkirchen.

Domenico Tedesco lobt zwar den Gegner, stellt aber auch optimistisch fest: „Wir sind gut drauf. Man spürt, dass wir mehr Selbstvertrauen haben. Das sollen die Gladbacher zu spüren bekommen, bei denen bis auf den früheren Schalker Raffael alle Stammkräfte fit sind.

 

Foto: NBM (Archiv)

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