Embolo macht leicht Fortschritte

Von Frank Leszinski

Auf solch eine Chance hatte Breel Embolo lange gewartet: 90 Minuten durfte der Schalker Stürmer im Bundesligaspiel beim FC Bayern München für die Königsblauen auflaufen. Eine für den 20-Jährigen noch sehr ungewohnte Erfahrung, obwohl er rund 19 Monate beim FC Schalke 04 unter Vertrag steht. Doch seine schwere Verletzung hatte Embolo weit zurückgeworfen.

Auch in München war zu sehen, dass ihm noch einiges zur Bestform fehlt. Aber viel wichtiger war für Embolo, dass er endlich wieder Wettkampfpraxis erhielt. „Ich habe immer gehofft, dass ich spiele. Da kam jetzt ein bisschen überraschend“, so der Angreifer, den Trainer Domenico Tedesco gemeinsam mit Guido Burgstaller und Franco Di Santo aufs Spielfeld schickte.

Eine ungewöhnliche Personalkonstellation im Schalker Angriff, bei der sich Embolo jedoch sehr wohlfühlt. „Meine größte Stärke ist immer, über das Zentrum zu spielen. Das war schon in Basel so, gemeinsam mit Marco Streller. Da haben wir uns gegenseitig geholfen“, so der Schalker Stürmer, mit 22,5 Millionen Euro der teuerste Einkauf der Blau-Weißen.

Doch genau das ist ein Problem. „An Breel hängt dieses Preisschild. Dafür kann er nichts. Er ist ein sehr junger Spieler, aber wir glauben an ihn. Breel braucht noch etwas Zeit. Seit November ist er physisch erst wieder in der Lage, Bundesliga-Fußball zu spielen“, betonte Manager Christian Heidel.

Immerhin zeigte die Partie in München: Bei Embolo geht die Leistungskurve langsam nach oben. Sein Einsatz war ein erster Schritt in die richtige Richtung. Fast hätte der Schweizer Nationalspieler seine Mannschaft schon nach 70 Sekunden in Führung gebracht, doch Bayern-Torhüter Sven Ulreich konnte seinen Schuss abwehren.

Doch nach 28 Minuten war Ulreich machtlos, als Franco Di Santo das zwischenzeitliche 1:1 für Schalke gelang. Die etwas unfreiwillige Vorarbeit lieferte Leon Goretzka, der selbst zum Torabschluss kommen wollte. Auch beim Nationalspieler geht es aufwärts. Goretzka war an fast jedem Angriff gegen seinen künftigen Arbeitgeber beteiligt. „Wir haben gezeigt, dass wir gegen eine Weltklassemannschaft wie den FC Bayern München mithalten können. Wir haben Mut bewiesen und müssen das Selbstvertrauen in die nächsten Aufgaben mitnehmen“, bilanzierte der Mittelfeldspieler, der bei allem Lob für das eigene Spiel jedoch nicht vergaß, auch eine Schalker Schwäche zu benennen: „An der letzten Konsequenz vor dem gegnerischen Tor müssen wir weiter arbeiten.“

Denn die enge Tabellenkonstellation im Kampf um einen Europapokalplatz spitzt sich immer mehr zu. Deshalb kommt den nächsten Duellen - zunächst gegen Hoffenheim, dann in Leverkusen - gegen direkte Konkurrenten besondere Bedeutung zu.

„Obwohl wir zuletzt nicht gut gepunktet haben, haben wir keinen großartigen Rückstand, sondern sind mittendrin und müssen gegen Hoffenheim, die auch wieder richtig abgebogen sind, jetzt dreifach punkten,“ betonte Sportvorstand Christian Heidel. Für die nächsten Wochen wünscht sich Heidel, „dass wir eine gute Serie starten. In München hat die Mannschaft gezeigt, dass sie das Zeug dazu hat.“

Foto: NBM

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