Ethik-Kommission vertagt Entscheidung

Die DFB-Ethikkommission hat am Donnerstag ihre Entscheidung über die Afrika-Äußerungen von Clemens Tönnies, dem Aufsichtsratsvorsitzenden des FC Schalke 04, vertagt.

„Wir brauchen noch Hintergrund-Informationen. Das ist eine Sache von Wochen, nicht von Monaten“, sagte der Kommissions-Vorsitzende Nikolaus Schneider nach der Sitzung des vierköpfigen Gremiums in der DFB-Zentrale in Frankfurt/Main.

Der 63 Jahre alte Fleischfabrikant hatte vor zwei Wochen als Festredner beim „Tag des Handwerks“ in Paderborn Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert. Stattdessen solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren, so Tönnies.

„Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn’s dunkel ist, Kinder zu produzieren.“ Für seinen Aussagen hatte er sich später entschuldigt und sie selbst als „töricht“ bezeichnet. Nach Anhörung durch den Schalker Ehrenrat lässt Tönnies sein Amt als Aufsichtsrats-Vorsitzender des FC Schalke 04 drei Mnate ruhen.
Die Ethik-Kommission ist berechtigt, Untersuchungen einzuleiten und bei hinreichendem Tatverdacht Anklage zur neu gegründeten Ethik-Kammer des Sportgerichts zu erheben. Sanktionsmöglichkeiten selbst hat sie nicht. Das Gremium kann also nur die Voraussetzungen schaffen.

Sie wurde auf dem 42. Ordentlichen DFB-Bundestag in Erfurt im November 2016 gegründet. Hintergrund waren die Ungereimtheiten bei der WM-Vergabe 2006, die unter anderem DFB-Präsident Wolfgang Niersbach (trat im November 2015) zurück) das Amt kosteten.

Foto: NBM

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