Für Ahmed Kutucu geht ein Traum in Erfüllung

Kurz vor Mitternacht stürmte Salif Sané am Mittwochabend an den Journalisten vorbei, die mit ihm reden wollten. Doch der fragte nur: „Warum?“

Sanés Reaktion auf die Nachfragen an seine Person nach dem Spiel konnte nicht ernst gemeint sein. Schließlich war der Schalker Abwehrchef beim 4:1-Erfolg gegen Fortuna Düsseldorf einer der Hauptdarsteller der Partie und deshalb ein begehrter Gesprächspartner. Zwei Tore waren dem Innenverteidiger gelungen, eine Premiere, seit er in der Bundesliga spielt. „Das ist mir noch nie gelungen“, freute sich der Senegalese, der zuvor erst ein Tor in der gesamten Saison beim 3:1-Erfolg gegen den VfB Stuttgart erzielt hatte.


Die 90 Minuten gegen Düsseldorf bewertete Sané, als „mein bestes Spiel für Schalke“. Mit der Qualifikation für das Viertelfinale erhofft sich der 28-Jährige nun auch einen Schub für die Bundesliga, obwohl der nächste Gegner am Samstag FC Bayern München heißt. Doch Sané gibt sich selbstbewusst: „Wir haben keine Angst und den Kopf frei. Ich hoffe, wir gewinnen.“

Wesentlich emotionaler gab sich sein Mannschaftskamerad Ahmed Kutucu. Kein Wunder, denn dem 18-Jährigen gelang sein erstes Tor in der Veltins-Arena. „Davon habe ich immer geträumt“, jubelte der gebürtige Gelsenkirchener, der seit der U 12 für die Königsblauen spielt.

„Als die Fans nach meinem Tor ausgerastet sind, habe ich Tränen in den Augen bekommen“, gab der junge Stürmer einen Einblick in seine Gefühlswelt. Dass er auch noch als „Man of the Match“ ausgezeichnet wurde, machte einen fast perfekten Abend für Kutucu perfekt.

Die Einschränkung bezog sich auf den Tod von Manager-Legende Rudi Assauer, von dem die Schalker Mannschaft vor dem Anpfiff erfuhr. „Bei der Schweigeminute war ich traurig. Rudi Assauer ist ein großer Name auf Schalke“, weiß auch Kutucu um die Verdienste von Assauer.

„Die Spieler haben direkt darüber gesprochen. Ralf Fährmann ist der einzige, der ihn persönlich kannte. Trotzdem ist uns allen bewusst, was Assauer für unseren Verein darstellt. Dementsprechend waren wir sehr getroffen. Umso schöner, dass wir gewonnen haben,“ sagte Trainer Domenico Tedesco, der im Angriff neben Kutucu auf den ebenfalls erst 18-Jährigen Rabbi Matondo setzte. Dabei wurde offensichtlich, dass Matondo noch Zeit braucht, um in der Bundesliga Fuß zu fassen. Seine Schnelligkeit blitzte zwar in einigen Aktionen auf, aber der Neuzugang kam nur auf 20 Ballkontakte und wurde zur Halbzeit ausgewechselt.

Trotz des klaren Erfolges, der Schalke zumindest bis zum kommenden Samstag etwas Zeit zum Durchatmen lässt, hat die Elf von Trainer Domenico Tedesco noch viel Luft nach oben.

Das fand vor allem Bastian Oczipka. Der Verteidiger formulierte kritische Worte über die eigene Mannschaftsleistung. „Ich bin nicht hundertprozentig zufrieden mit unserem Spiel. Wir müssen cleverer spielen. Nach dem Düsseldorfer 1:3 waren wir zu passiv. Da müssen wir den Ball in den eigenen Reihen halten und mutiger spielen“, so der 30-Jährige.

Foto: NBM (Archiv)

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