Der Kopf der "neuen Eurofighter"

Von Frank Leszinski

Eine Erkältung hatte ihn in den vergangenen Tagen ein bisschen zurückgeworfen. Doch davon war am späten Donnerstagabend in Mönchengladbach nichts zu sehen. Leon Goretzka trieb die Schalker Mannschaft beim 2:2 in Mönchengladbach immer wieder auf so grandiose Art und Weise an, dass der 22-Jährige hinterher in aller Munde war.

Schalke qualifizierte sich fürs Viertelfinale der Europa League vor allem dank Goretzka, der mit seiner starken Energieleistung und guter Körpersprache die „neuen Eurofighter“ symbolisierte, die 20 Jahre nach dem unvergessenen Triumph von Mailand die Fantasie der Fans beflügelten, ein neues Schalker Fußball-Märchen zu schreiben. Schon unmittelbar nach dem Abpfiff im Borussia-Park war in den sozialen Medien ein Schnappschuss zu sehen, wie die Spieler strahlend einen Schal in die Höhe reckten, den sie kurz zuvor von einem Fan geschenkt bekommen hatten. „Eurofighter – UEFA-Cup-Sieger‘97”, war darauf zu lesen.

Dass der nächste Gegner im Viertelfinale Ajax Amsterdam heißt, wurde auf Schalke mit Freude aufgenommen. „Wir können mit dem Los sehr zufrieden sein. Das ist ein großer Name und eine gute Mannschaft“, sagte Schalke-Trainer Markus Weinzierl. Doch bevor es Mitte April zum Duell mit dem Nachbarn kommt, richtete der 42-Jährige den Fokus einzig und allein auf die Bundesliga. „Wir müssen in den nächsten Spielen unbedingt punkten, um die Europa League weiter genießen zu können“, erklärte Weinzierl.

Das wird am Sonntag (15.30 Uhr) in Mainz nicht einfach, wo die sechste englische Woche in Folge für die Königsblauen ihren Abschluss findet. Die Gastgeber befinden sich ähnlich wie Schalke in gefährlicher Nähe zum Relegationsplatz. „Wenn Mainz unter Druck steht, sind sie besonders stark“, warnt Schalke-Manager Christian Heidel. Und der muss es wissen, war er doch bis zum Sommer 2016 mehr als 20 Jahre für die strategische Planung der Rheinhessen zuständig.

Den „tollen Charakter der Mannschaft“, den Kapitän Höwedes nach dem Kraftakt in Mönchengladbach dem eigenen Team attestierte, will Schalke auch in Mainz bestätigen. Leon Goretzka dürfte besonders motiviert sein, denn zur Überraschung vieler Experten wurde der 22-Jährige gestern nicht für die A-Nationalelf, sondern für die Testspiele der U 21 nominiert. „Das hat aber nichts mit fehlender Wertschätzung zu tun. Bundestrainer Kuntz will noch einmal den stärksten U21-Kader beisammen haben, ehe die weitere Planung entschieden wird“, versicherte Heidel.

So könnten sie spielen: Fährmann - Höwedes, Badstuber, Nastasic, Kolasinac - Stambouli - Schöpf, Goretzka, Bentaleb, Choupo-Moting - Burgstaller

Foto: NBM

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