Goretzka lobt den Teamgeist

Von Frank Leszinski

Sein letztes Derby im Schalke-Trikot gegen Borussia Dortmund hatte sich Leon Goretzka gewiss etwas anders vorgestellt. Denn schon nach 71 Minuten nahm Trainer Domenico Tedesco den Nationalspieler vom Platz. Viele Schalker Fans hatten vor dem Anpfiff darauf spekuliert, dass Goretzka gerade im Derby endlich mal wieder sportlich „explodieren“ würde. Aber das war nicht der Fall.

Trotzdem war der 22-Jährige nach dem Schlusspfiff sehr zufrieden mit dem Ergebnis und der Leistung der eigenen Mannschaft. „In den fünf Jahren, in denen ich hier bin, sind wir noch nie so dominant gegen Dortmund aufgetreten wie diesmal“, freute sich Goretzka. Der Mittelfeldspieler ordnete diese drei Punkte für Schalke als „völlig verdient“ ein. „So zu gewinnen ist noch viel schöner als hart erkämpft und glücklich“, sagte der 22-Jährige, bei dem allerdings auf dem Platz nur selten sein Können aufblitzte.

Den Erfolg führte Goretzka nicht nur auf die leidenschaftliche Schalker Spielweise, sondern auch auf „das hervorragende taktische Konzept“ verbunden mit enormer Disziplin zurück.

Den sportlicher Schalker Höhenflug, der am Mittwoch mit dem Einzug in das DFB-Pokalfinale gekrönt werden könnte, kommt auch für den Nationalspieler ein bisschen überraschend. „Damit hätten vor der Saison wohl die wenigsten Menschen mit gerechnet. Das spricht für unseren guten Teamgeist“, sagte der 22-Jährige, der sich von den Königsblauen mit der Qualifikation für die Champions League und dem Erreichen des Pokalfinales verabschieden wollte. Jetzt könnten beide Ziele in Erfüllung gehen.

„Es hätte einen faden Beigeschmack, wenn ich Schalke jetzt nur als Europa-League-Teilnehmer verlassen würde“, räumte Goretzka ein. Seine eigene Leistung im Derby beurteilte der Mittelfeldspieler durchaus selbstkritisch. „Den Unterschied haben heute andere gemacht“, so Goretzka, der am Mittwoch seinen neuen Trainer treffen wird, denn Niko Kovac wechselt bekanntlich von Frankfurt zu den Bayern. „Schönes Vorstellungsgespräch“ sagte Goretzka mit einem Augenzwinkern.

Schalke-Boss Clemens Tönnies war die Freude über die tolle Entwicklung des Vereins anzusehen. „Das ist so ein Tag, wo man sagen kann, die Arbeit hat sich gelohnt. Wir schreien aber erst Hurra, wenn wir auch rein rechnerisch nicht mehr von einem Champions-League-Platz verdrängt werden können,“ betonte der 61-Jährige. Lange wird das wohl nicht mehr dauern.

Matija Nastasic hat den Traum von einer WM-Teilnahme noch nicht aufgegeben. Er humpelte mit einer Schiene durch die Veltins-Arena, nachdem er beim Bundesligaspiel in Hamburg einen Teilanriss des hinteren Kreuzbandes erlitten hatte. „So weit geht es mir gut. In drei bis vier Wochen will ich erste sportliche Gehversuche machen. Ich hoffe, dass ich bis zur Weltmeisterschaft fit werde“, so der Serbe.

Breel Embolo hatte indessen großes Pech. Immer noch wartet der Schweizer Nationalspieler auf seinen ersten Derby-Einsatz. Das Abschlusstraining am Samstag musste er nach 32 Minuten abbrechen, weil die muskulären Probleme noch noch nicht verschwunden sind. Ob er beim Pokal-Halbfinale am Mittwoch (20.45 Uhr) gegen Eintracht Frankfurt zur Verfügung steht, ist offen.

Foto: NBM

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