Heidel besucht sein "Wohnzimmer"

Von Frank Leszinski

Christian Heidel verantwortet beim FC Schalke 04 nicht nur den sportlichen Bereich, sondern ist auch für Kommunikation zuständig. In den vergangenen Tagen war der 53-Jährige in dieser Hinsicht besonders gefordert. Denn am Sonntag (15.30 Uhr) steht für den Schalker Manager ein ganz besonderes Spiel auf dem Programm: Die Rückkehr zum FSV Mainz 05, zu dem Klub, wo er von 1992 bis 2016 als Sportvorstand gearbeitet hat.

Deshalb gab es zahlreiche Anfragen für Heidel, wie es denn um seine Gefühlslage bestellt sei. Doch dieser versicherte glaubhaft, dass er sich erst nach dem 2:2 in Mönchengladbach, das Schalke erstmals nach fünf Jahren den Einzug ins Viertelfinale der Europa-League bescherte, mit der Partie in seiner Geburtsstadt beschäftigt habe.

Das Schalker Mannschaftshotel in Mainz ist von Heidels Wohnort übrigens nur rund 400 Meter entfernt. „Da könnte Schalke Kosten sparen, wenn ich dort schlafen sollte“, sagte der Schalke-Funktionär mit einem Augenzwinkern. Vor und nach dem Spiel wird er viele bekannte Hände schütteln. Die Gästekabine des Mainzer Stadions hat er in seinem ganzen Leben bisher erst einmal betreten und zwar bei der Einweihung der neuen Spielstätte. „Da muss ich aufpassen, dass ich nicht die falsche Tür nehme“, so Heidel mit einem Lächeln.

Doch bei aller Freundschaft, die ihn immer mit Mainz 05 verbinden wird, betonte der Schalker Manager: „In den 90 Minuten, wo gespielt wird, wird die Freundschaft liegen gelassen.“

Denn zu viel steht für beide Mannschaften beim Besuch von Heidel in seinem „Wohnzimmer“ auf dem Spiel. Die Gastgeber sind nach der überraschenden 1:2-Niederlage beim Tabellenschlusslicht Darmstadt 98 in die Abstiegsregion gerückt. Selbst der populäre Trainer Martin Schmidt soll nicht mehr unumstritten sein.

Schalke hat als Tabellenelfter nur einen Zähler mehr auf dem Konto als Mainz und steht ebenfalls unter Erfolgsdruck. „Das Erfolgserlebnis in Mönchengladbach verleiht uns sicherlich noch einmal zusätzlichen Schwung. Den müssen wir mitnehmen“, fordert Schalke-Trainer Markus Weinzierl.

Der 42-Jährige charakterisiert den Gegner als eine Mannschaft, die kompakt verteidigt und bei Umschaltbewegungen stets für Gefahr sorgen kann. „Da müssen wir höllisch aufpassen und eigene Ballverluste vermeiden“, warnt der Coach. „Wir werden die Aufgabe mit 100 Prozent Elan angehen und Vollgas geben. In der Bundesliga stehen uns wichtige Spiele bevor. Da möchten wir so gut es geht punkten!“

Beim Aufeinandertreffen beider Teams gibt es eine kuriose Statistik: Schalke gewann alle elf Hinrundenspiele gegen Mainz in der Bundesliga, aber nur eines von zehn Rückrunden-Begegnungen, und zwar im April 2007 in Mainz mit 3:0.

Die Platzherren müssen auf Stefan Bell verzichten, der eine Gelb-Rot-Sperre absitzen muss. Bell wurde bereits als sechster Mainzer Spieler in dieser Saison des Feldes verwiesen; kein Verein hatte in dieser Saison mehr Platzverweise zu verkraften.

Foto: NBM

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