Höwedes degradiert - Fährmann neuer Kapitän

Von Frank Leszinski

Damit hatte niemand gerechnet: Auf der Pressekonferenz vor dem DFB-Pokalspiel beim BFC Dynamo Berlin (Mo. 18.30 Uhr) verkündete Schalke-Trainer Domenico Tedesco am Samstag eine große Überraschung: Benedikt Höwedes muss nach sechs Jahren die Kapitänsbinde abgeben. Sein Nachfolger wird Torhüter Ralf Fährmann.

Am Donnerstag wurde Höwedes von Tedesco informiert. „Das ist keine Entscheidung gegen Benny. Er hat sich auch in schwierigen Situationen immer gestellt. Wir wollen aber Verantwortung künftig auf mehrere Schultern verteilen und nicht mehr, dass sich einzelne Spieler hinter Benedikt verstecken“, begründete Tedesco seine Entscheidung.

Höwedes bleibe ein wichtiger Schalker Spieler, dessen Wort weiterhin Gewicht habe. Der Weltmeister bleibt im Mannschaftsrat, dem zukünftig neben Fährmann auch noch Naldo, Guido Burgstaller und Leon Goretzka, gleichzeitig neuer Vize-Kapitän, angehören.

Dass Goretzka in der mannschaftlichen Hierarchie noch ein Stück aufsteigt, lässt sich als Beleg dafür deuten, dass Schalke dem heiß begehrten Nationalspieler deutlich machen will, wie wichtig er für den Verein weiterhin ist. Bisher hat Goretzka seine Zukunft offen gelassen. 2018 läuft sein Vertrag bei den Königsblauen aus. Schalke hat es bisher nicht geschafft, trotz eines Mega-Angebots - angeblich acht Millionen Euro pro Jahr - den Nationalspieler langfristig zu binden.

Unmittelbar nach der Pressekonferenz reagierte Höwedes auf Facebook mit einem längeren Statement auf seine Absetzung als Kapitän: „Auch wenn ich die Entscheidung nicht teile, habe ich diese natürlich zu akzeptieren. Solange ich Spieler des FC Schalke 04 bin, werde ich mich auf und neben dem Platz für den Verein, für die Mitarbeiter, für die Mannschaft und euch Fans zerreißen. Ralf Fährmann wünsche ich für das Amt jeden erdenklichen Erfolg. Als Freund und als Führungsspieler. Gemeinsam möchten wir den FC Schalke 04 wieder dorthin führen, wo er stehen muss: Auf einem europäischen Platz! Glück auf!“

Fährmann spielte wie Höwedes schon in der Jugend für die Königsblauen. Tedesco: „Er ist Schalker durch und durch. In der Kabine kann er auch schon mal positiv explodieren.“

In Berlin erwartet der Schalker Trainer „einen heißen Tanz“: „Unser Gegner wird versuchen, schnell in unseren Strafraum zu kommen. Es wird kein Spaziergang.“

Was die personelle Seite betrifft, so sind alle Spieler des Bundesligisten fit. Breel Embolo und Alessandro Schöpf werden nach ihren langen verletzungsbedingten Ausfällen noch nicht zum Kader gehören.

Bernard Tekpetey wird weiterhin vom SC Rheindorf Altach stark umwoben. Laut „Vorarlberger Nachrichten“ steht eine Ausleihe des jungen Stürmers unmittelbar bevor. In der österreichischen Bundesliga soll der Rechtsfuß vor allem Spielpraxis sammeln.

Foto: NBM

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