von Frank Leszinski

GELSENKIRCHEN. Die schlimmsten Befürchtungen sind (noch) nicht eingetreten, aber eine Kernspin-Untersuchung bei Dr. Rolf Walter in Düsseldorf hat gestern bei Klaas-Jan Huntelaar alles andere als Freude ausgelöst.

Denn nachdem der Schalker Mittelstürmer am Montagnachmittag das Training wegen erneuter Knieprobleme abbrechen musste (wir berichteten), hat sich seine Innenbandverletzung verschlechtert. Schalke und der Spieler haben jedoch noch nicht entschieden, wie es jetzt weiter gehen soll. Dabei gibt es nur zwei Möglichkeiten. Entweder wird die Verletzung wie zuvor konservativ fortgesetzt, oder es wird ein operativer Eingriff vorgenommen. Sollte Huntelaar operiert werden müssen, wäre die Bundesliga-Hinrunde für ihn gelaufen. Das wäre ein herber Schlag für den 30-Jährigen, dem das Verletzungspech in dieser Saison treu zu bleiben scheint.

So oder so müssen die Königsblauen mindestens einige Wochen auf den Torjäger verzichten. Huntelaar war zuletzt bei der 0:4-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg am zweiten Spieltag (17. August) auf dem Platz zu sehen. Bei einem Zusammenprall mit Wolfsburgs Keeper Diego Benaglio erlitt er einen Innenband-Teilriss im rechten Knie. Danach folgte eine intensive Reha. Ursprünglich war der „Hunter“ davon ausgegangen, dass er nur vier Wochen ausfallen würde. Jetzt droht es eine Zwangspause von mehreren Monaten zu werden.

Damit werden die Schalker Personalsorgen in der Offensive immer größer. Ausgerechnet vor der nächsten englischen Woche mit den richtungweisenden Partien in Braunschweig, gegen Chelsea in der Champions League und gegen den Erzrivalen Borussia Dortmund ist Trainer Keller in diesem Mannschaftsteil zum Improvisieren gezwungen.

Denn neben Huntelaar muss Schalke auch noch einige Zeit auf Jefferson Farfan (Adduktorenverletzung) und Kevin-Prince Boateng (Knieprobleme) verzichten. Boateng wird zwar Ende der Woche nach seinem Medizincheck aus München zurückerwartet, doch zumindest sein Einsatz in Braunschweig scheint so gut wie ausgeschlossen. Das Risiko wäre wohl zu groß, zumal die Partien gegen Chelsea und Dortmund für die Königsblauen noch einen höheren Stellenwert besitzen.

Dass Adam Szalai, der zurzeit noch bei der ungarischen Nationalmannschaft weilt, wegen hohem Fieber zuletzt kaum trainieren konnte, passt ins triste Bild der Personalmisere. Dabei wollte Trainer Jens Keller dem Ungarn schon längst eine Pause gönnen. „Adam ist den Mittwoch-Samstag-Rhythmus noch nicht so gewohnt,“ erklärte der 42-Jährige vor wenigen Tagen im Interview mit dieser Zeitung. Doch die geplante Rotation fällt zurzeit flach. Szalai ist der momentan der einzige Stürmer, der für die Position in der Zentrale ernsthaft in Frage kommt.

Keller reagierte zwar auf die Personalnot im Angriff mit dem zweiten Comeback von Gerald Asamoah. Der 35-Jährige trainierte gestern mit den Profis und kam im DFB-Pokalspiel in Darmstadt schon einmal in der Nachspielzeit zum Einsatz. Doch die Schalke-Legende ist nicht mehr als ein „Joker“, den Keller nur im Notfall von der Bank aus ziehen würde.

Neben Huntelaar könnte auch Jermaine Jones längerfristig ausfallen. Der zuletzt in Ungnade gefallene Mittelfeldspieler plagt sich ebenfalls mit Knieproblemen herum.

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