04 gute Gründe fürs Weiterkommen

Von Norbert Neubaum

0:2 in Amsterdam, 1:2 in Darmstadt – Schalke hat nicht gerade einen positiven Lauf, nach der Schlappe in Darmstadt gingen die Fans sogar auf die Barrikaden. Am Donnerstag ist das Europa-League-Viertelfinal-Rückspiel gegen Ajax Amsterdam.

Besonders groß ist die Zuversicht im Schalker Lager nicht. Nur die allergrößten Optimisten glauben an das Wunder auf Schalke – buer-total gehört natürlich dazu. Und nennt 04 gute Gründe fürs Weiterkommen.

Heimstärke: Schalke auswärts und in der eigenen Arena – das sind in dieser Saison zwei unterschiedliche Welten. Während die Königsblauen in der Auswärtstabelle den viertletzten Tabellenplatz belegen, läuft es in der Veltins-Arena oft ganz ordentlich. Auch Amsterdams Trainer Peter Bosz scheint dem Braten noch nicht so recht zu trauen. Zu niederländischen Journalisten sagte er nach dem 2:0-Hinspielsieg: „Wartet mal ab, wenn Schalke 60.000 Zuschauer im Rücken hat. Dann werden die auch ganz anders auftreten als bei uns.“

Sead Kolasinac: Er fehlte im Hinspiel, und das tat Schalke richtig weh. Sollte Kolasinac nun wieder dabei sein, gehört er zu den Spielern, die dazu in der Lage sind, auch körperlich mal ein Zeichen zu setzen. Auch dazu war Schalke im Hinspiel bei kompletter Unterlegenheit in Technik und Tempo nicht mal ansatzweise fähig. Durch eine einzige Aktion – natürlich alles im Rahmen des Erlaubten – kann einer wie Kolasinac dem Gegner (und auch dem Publikum) zeigen, dass Schalke sich nicht noch einmal so scheinbar willenlos ergeben will wie in Amsterdam. Beim Blättern in den Geschichtsbüchern fällt einem da die legendäre Grätsche von Youri Mulder im UEFA-Cup-Erstrunden-Hinspiel gegen Roda Kerkrade ein, mit der er 1996 das Signal zur am Ende erfolgreichen Europa-Tournee gab.

Die Torhüter: Ajax gegen Fährmann – so hieß das Spiel in Amsterdam in der zweiten Hälfte. Ralf Fährmann brachte die Ajax-Stürmer mit grandiosen Paraden zur Verzweiflung und sorgte dafür, dass es nur beim 0:2 blieb. Was Amsterdams Keeper Andre Onana drauf hat, wissen wir nicht so richtig – im Hinspiel hatte er wenig zu tun, wirkte allerdings in der Schlussphase, als Schalke immerhin ein wenig Druck machte, nicht besonders sicher. Und handelte sich sogar einmal einen Rüffel von Peter Bosz ein.

Das Ergebnis: Es gab in der Europapokal-Geschichte schon größere Wunder, als zu Hause einen 0:2-Rückstand noch aufzuholen. Zumal Schalke angesichts des Spielverlaufs im Hinspiel fast besser mit diesem Ergebnis leben kann als Ajax. „Wir hätten höher gewinnen müssen“, grantelte Bosz und wirkte fast schon zweifelnd: „Es steht nur 2:0. Und damit bleibt es spannend.“  Zumal schwer vorhersehbar ist, wie die junge Ajax-Truppe mit einem frühen Rückstand zurechtkommen würde – schließlich spielten Younes und Co. in Amsterdam am Ende so, als seien sie schon eine Runde weiter. Hacke, Spitze, eins, zwei drei, dazu Torschüsse mit dem Außenrist – so viel Selbstverliebtheit ins eigene Spiel hat sich im Fußball schon oft gerächt.

Der aktuellen Situation zum Trotz, es gibt sie also: 04 gute Gründe fürs Schalker Weiterkommen…

Foto: NBM

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