Keller stellt Systemfrage

Taktische Versuche gegen Köln / Holtby ist für Schalke zu teuer

Gelsenkirchen Mit zwei Testspielen gegen Zweitliga-Spitzenreiter 1. FC Köln und den Regionalligisten RW Oberhausen tritt Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 an diesem Wochenende in die entscheidende Phase der Vorbereitung auf die Rückrunde ein.

„Beide Spiele sind für uns sehr wichtig, denn wir können sehen, ob funktioniert, was wir in den letzten Wochen ausprobiert haben im Training“, sagte Cheftrainer Jens Keller, der am Samstag in Köln und am Sonntag jeweils eine Mannschaft „mehr oder minder durchspielen“ lassen möchte.

Gegen die Kölner, denen Keller bereits absolute Erstliga-Reife bescheinigte und die er als „Bereicherung für die Bundesliga“ ansehen würde, werden vor allem diejenigen Spieler zum Einsatz kommen, die für das Auftaktspiel beim Hamburger SV am 26. Januar eine Option sind. Am Sonntag sollen hingegen vor allem die jungen Spieler zum Zuge kommen.

„Es ist wichtig, dass möglichst alle noch einmal 90 Minuten Spielpraxis erhalten können“, sagte Keller. Zumindest für einen Kurzeinsatz am Sonntag reicht es wohl auch bereits bei Schalkes Kapitän Benedikt Höwedes, der ins Mannschaftstraining zurückgekehrt ist. Lediglich zuschauen wird unterdessen Stürmer Klaas-Jan Huntelaar, der in der abgelaufenen Woche ebenfalls sein Comeback im Mannschaftstraining feierte. „Er hat nach fünf Monaten der Verletzungszeit erst zwei Einheiten mitgemacht. Es wäre unverantwortlich, ihn schon in einen Wettkampf zu schicken“, sagte Keller. „Klaas merkt schon etwas die Müdigkeit nach den ersten Einheiten.“

Gleichwohl hofft Keller, bald wieder auf die Dienste des „Hunters“ zurückgreifen zu können. Er sei froh, „dass wir die nächste Woche noch haben, da kann noch viel passieren“, erklärte der Trainer. In dieser Woche will er jedenfalls auch die Systemfrage für sich klären. Im Testspiel gegen Bundesligist Eintracht Frankfurt am vergangenen Wochenende waren die Schalker erstmals im für sie ungewohnten 4-1-4-1 aufgelaufen. Gegen Köln möchte Keller nun erneut damit experimentieren. „Wir müssen sehen, ob sich das bestätigt, was wir gegen Frankfurt gesehen haben“, sagt Keller. Das bedeutet, dass Roman Neustädter wieder die Sechser-Position einnehmen wird, während sich Kevin-Prince Boateng und Max Meyer als Achter immer wieder aus der Viererkette nach hinten fallen lassen.

Mit der Systemumstellung macht Keller aus der Not eine Tugend. „Wir haben auf der Sechs nicht viele Alternativen“, sagte der Cheftrainer, der sich deshalb über weitere Verstärkungen noch freuen würde, „wenn wir finanziell die Möglichkeit haben“. Dabei geht es ihm „nicht nur um Qualität, sondern auch um die Quantität, unser Kader ist nicht so groß“. So wäre für Keller auch die Verpflichtung von Lewis Holtby eine denkbare Option. „Er hat die Position schon bei uns gespielt, er kann das und ist taktisch gut geschult“, sagte der Trainer. Doch seien dies „alles Dinge, die noch nicht so fortgeschritten sind“. Finanziell sei Holtbys Rückkehr für Schalke „wohl nicht darstellbar“, so Keller, der betonte: „Ich mache mir nur um meine Spieler einen Kopf, die ich habe.“ Er habe Optionen, „aber nicht so viele gelernte Sechser“: Außer Neustädter sind dies Leon Goretzka, Anthony Annan, Max Meyer und Joel Matip. Goretzka aber hat das Trainingslager versäumt und Annan war mehr als ein Jahr verletzt – ihm fehlt die Spielpraxis. Mit Jermaine Jones plant Keller nicht mehr.

Auch bei einer weiteren Personalie bestätigte Keller indirekt das Schalker Interesse: Auf die Frage, ob er im Sommer wieder eine Torwartdiskussion um Ralf Fährmann und Fabian Giefer befürchte, sagte er: „Die habe ich ja gerne. Wir haben ja auch eine Vorbereitung. Aber das ist noch in weiter Ferne.“

von Boris Spernol


Anstoß im Rhein-Energie-Stadion gegen den 1. FC Köln ist heute um 15.30 Uhr.

Das Testspiel bei RWO beginnt morgen um 14 Uhr im Stadion am Niederrhein. (Keller)

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