Kommentar: Geduld muss keine Einbahnstraße sein

Von Norbert Neubaum

Es mag der Ausdruck wilder Entschlossenheit gewesen sein oder auch nur ein Beleg für die mangelnde Qualität der Tornetze in Mainz: Nach dem Siegtreffer des Schalkers Kolasinac musste das betreffende Tornetz in Mainz geflickt werden. Wie auch immer: Schalke ist drauf und dran, sich doch noch erneut auf die europäische Bühne zu katapultieren. Das kann nun sogar wieder über die Bundesliga funktionieren.

Schalke ist im Aufwind. Standen die Königsblauen Anfang März nach den Niederlagen in München und Mönchengladbach heftig in der Kritik, färbt sich der Himmel rund um Gelsenkirchen nach dem „kleinen Wunder“ in der Europa League in Gladbach und der Aufholjagd in der Liga nun wieder königsblau.

Es könnte also sein, dass sich die Geduld, die Manager Heidel mit Trainer und Mannschaft hatte, tatsächlich noch auszahlt – für Schalke wäre das eine ganz neue Erfahrung.

Und vielleicht kann Heidel diese Erfahrung ja auch an die Spieler weitergeben. An Leon Goretzka und Sead Kolasinac beispielsweise – Goretzka, der sich längst eine Chef-Rolle auf dem Platz erspielt und erkämpft hat, hat noch einen Vertrag bis 2018, der Vertrag von Kolasinac läuft am Ende dieser Saison aus. Zwei Spieler, die zweifellos Angebote prominenter Clubs bekommen werden. Zwei Spieler aber auch, die Schalke für eine perspektivische Weiterentwicklung gut gebrauchen kann. Zwei Spieler, die in den anstehenden Verhandlungen mit Christian Heidel ein Signal setzen können. Nämlich das Signal, dass sie die Geduld, die die sportliche Abteilung vom Management und vom Umfeld fordert, nun selbst haben. Dass sie geduldig dabei mithelfen wollen, Schalke wieder zu einem auch tabellarischen Top-Club der Bundesliga zu machen. Und nicht beim erstbesten Angebot davon laufen. Geduld muss keine Einbahnstraße sein.

Wenn es gelänge, Goretzka und Kolasinac zu halten – auch das wäre ein Zeichen wilder Entschlossenheit: Vom Verein und von den Spielern.

Foto: NBM

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