"Und dieses Mal packen wir sie!"

Von Frank Leszinski

Anfang der Woche herrschte etwas Aufregung im Hause Tedesco. In seinem Haus in Herten herrschte hektische Betriebsamkeit wegen eines Wasserrohrbruches. Eine Firma war schnell verständigt, doch die Monteure hatten zunächst einmal etwas ganz anderes im Sinn. Es ist Derbyzeit und deshalb sagte einer von ihnen zum Schalker Trainer, dass er diesmal „schon ein 1:0 mitnehmen würde“.

Tedesco vernahm den Wunsch mit einem Lächeln. Diese Anekdote machte wieder einmal deutlich: Das Revierderby zwischen Königsblau und Schwarz-Gelb ist ein besonderes Spiel, das schon im Vorfeld der 90 Minuten die Fans elektrisiert.

Schon bei der Pressekonferenz am Freitag vor dem „Spiel der Spiele“, das am Sonntag um 15.30 Uhr in der Veltins-Arena angepfiffen wird, gab es ein Novum, nämlich als emotionale Einstimmung einen zweiminütigen Derby-Film vom historischen 4:4 aus dem Hinspiel in Dortmund. Am Ende des Films verkündete ein Schalke-Fan voller Überzeugung: „Und dieses Mal packen wir sie!“

Sollte dieser Wunsch in Erfüllung gehen, hätten Schalke einen großen Schritt auf dem Weg zur Champions-League-Qualifikation getan und vier Punkte Vorsprung auf den BVB. Dass die Dortmunder in dieser Saison oft als „Krisenklub“ wahrgenommen werden, kann Tedesco nicht nachvollziehen. „Vor dem HSV-Spiel haben wir sechs Siege in Folge gefeiert. Trotzdem liegt der BVB in der Tabelle nur einen Punkt hinter uns“, mahnt der 32-Jährige und lobt seinen Trainerkollegen. „Wenn man von 14 Spielen unter dem neuen Trainer nur eins verliert, ist man weit weg von einer Krise. Peter Stöger hat die Mannschaft stabilisiert,“ so Tedesco.

Seine Strategie im Derby beruht darauf, die richtige Mischung zwischen Emotionalität und Rationalität zu finden. „Wir brauchen einen klaren Kopf. Gerade in solchen Derbys ist nicht nur Mentalität wichtig, sondern auch, intelligent zu spielen. Man darf sich zum Beispiel von Kleinigkeiten nicht runterziehen lassen, wenn man sich mal ungerecht behandelt fühlt oder mal ein Pfiff ausbleibt,” betonte Tedesco.

Personell muss Schalke den Ausfall von Matija Nastasic, der gegen Dortmund jedoch ohnehin gesperrt war, bis zum Saisonende verkraften. Ein kleines Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Breel Embolo, der einen kleinen Muskelfaserriss aus dem Hamburg-Spiel erlitten hat.

So könnten sie spielen: Fährmann - Stambouli, Naldo, Kehrer - Meyer, Bentaleb - Caligiuri, Oczipka - Goretzka - Burgstaller, Embolo

Foto: NBM

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