Langer will an seinem Limit kratzen

Von Frank Leszinski

Welcher Profi aus dem aktuellen Kader des FC Schalke 04 war schon einmal Deutscher Meister? Die Antwort dürfte selbst vielen Schalke-Fans schwer fallen, denn sie lautet Michael Langer. Der Schlussmann ist erst seit wenigen Wochen ein Königsblauer und in der Torhüter-Hierarchie nur die Nummer drei hinter Ralf Fährmann und Alexander Nübel.

2007 feierte der 32-Jährige den überraschenden Titelgewinn mit dem VfB Stuttgart und fing damit unter anderem auch noch die Königsblauen ab, die wieder einmal beste Titelchancen liegen ließen. Zwar kam Langer in besagter Spielzeit nur einmal für die Schwaben zum Einsatz, aber dennoch war es ein Höhepunkt in seiner Karriere, die ihn schon an viele Stationen in der ganzen Welt führte.

„Schalke hat mich sofort gereizt, als die ersten Gespräche mit Torwart-Trainer Simon Henzler begannen. Das ist ein Riesen-Klub mit großen sportlichen Möglichkeiten. Die Zeit in Schweden war schön, aber die Bundesliga hat ein ganz anderes Niveau“, schwärmt Langer. Sein Wechsel zum jetzigen Zeitpunkt mutet dennoch etwas kurios an, denn bei seinem letzten Verein - dem schwedischen Meister IFK Norrköping - hatte er sich als Stammkraft etabliert. Zuvor hatte er bei vielen seiner anderen Klubs meistens nur die Ersatzbank gedrückt.

„Ich wollte jedoch einen längerfristigen Vertrag. Dazu war Norrköping nicht bereit“, erläuterte der 1,95 m große Schlussmann. Schalke bot dagegen einen Zweijahresvertrag und so griff Langer zu.

„Auch wenn ich schon lange dabei bin, will ich mich noch weiter verbessern und an meinem Limit kratzen“, erklärte der gebürtige Bregenzer, der auch schon in Amerika spielte. Doch bei den Tampa Bay Rowdies hielt es ihn nur ein halbes Jahr. „Ich habe gemerkt, dass mein Ehrgeiz einfach noch zu groß war. In den drei amerikanischen Ligen gibt es keinen Auf- und Abstieg. Das ist nicht meine Welt“, zog es Langer schnell wieder zurück nach Europa.

Auf Schalke hat er sich schon gut eingelebt. „Ralf ist einer der besten Torhüter Deutschlands, Alex ist auch supertalentiert. Es macht Spaß, mit dieser Gruppe zu arbeiten“, so Langer, der Vater einer kleinen Tochter ist und sich noch auf Wohnungssuche befindet. „Das ist für mich ja nichts Neues“, schmunzelte der Österreicher. Schalke ist sein achter Profiklub in seiner Karriere.

Vor der Zusage für den Bundesligisten holte sich Langer auch Informationen über die Blau-Weißen von Michael Gspurning. Sein Landsmann war bekanntlich bei Schalke in den Jahren 2015 und 2016 unter Vertrag und bestärkte ihn, zu den Königsblauen zu wechseln. Dort will Langer so trainieren, dass Trainer Domenico Tedesco im Falle eines Falles jederzeit auf ihn bauen kann.

Was sonst noch rund um Schalke los war:
Die „Generalprobe“ vor dem DFB-Pokalspiel gegen Schalke 04 (Mo. 18.30 Uhr) verlief für Regionalligist BFC Dynamo Berlin nicht nach Wunsch. Im Nachholspiel gegen Wacker Nordhausen mussten sich die Berliner mit einem 0:0 begnügen.

Wegen leichter Fersenprobleme setzte Benedikt Höwedes am Donnerstag mit dem Training aus. Franco Di Santo verletzte sich am rechten Fuß nach einem Foul von Bernard Tekpetey. Der Argentinier verließ humpelnd den Trainingsplatz.

Das tat auch Donis Avdijaj, der sich zurzeit im Schalker Oberligateam fit hält. Für den jungen Stürmer kommt diese Verletzung zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt, denn er ist bekanntlich auf der Suche nach einem neuen Verein. Doch sollte Avdijaj jetzt länger pausieren müssen, dürfte es für ihn sehr schwierig werden, einen neuen Arbeitgeber zu finden.

Foto: Heselmann

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