Lieber Punkte als Komplimente

Von Frank Leszinski

Alessandro Schöpf ist beim FC Schalke 04 so etwas wie eine Vielzweckwaffe. Der Österreicher hat bei den Königsblauen schon auf zahlreichen Positionen gespielt. In München feierte er eine Premiere auf der Sechserposition für den ausgewechselten Max Meyer. Wie es dazu kam, verriet der 24-Jährige nach dem Vormittagstraining. Schöpf über...

... die Sperre von Max Meyer für das Hoffenheim-Spiel: „Max ist ein Super-Spieler. Nicht nur offensiv und was seine technischen Fähigkeiten betrifft, sondern auch in der Defensive macht er es überragend. Das tut uns schon weh, dass Max nicht zur Verfügung steht.“

... sein Debüt als Sechser in München: „Diese Position hatte ich vorher noch nie gespielt. Der Trainer ist in der Halbzeit auf mich zugekommen und hat über seinen Plan gesprochen. Ich konnte mich also ein bisschen vorbereiten.“ (lächelt)

... die Umstellung vom Außenbahnspieler zum defensiven Mittelfeldakteur: „Das ist schon etwas anderes. Im Zentrum kommen die Gegenspieler von allen Seiten. Da muss man sich früher orientieren.“

... das Pokallos Eintracht Frankfurt: „Das ist ein gutes Los, weil wir zu Hause spielen. Aber Frankfurt hat eine starke Mannschaft. Sie sind Tabellenvierter und haben bisher auch auswärts starke Spiele abgeliefert. Doch unser Ziel heißt natürlich Berlin. Für mich ginge ein Traum in Erfüllung, wenn wir das schaffen sollten. Einige Schalke-Betreuer haben mir von der tollen Atmosphäre in Berlin vorgeschwärmt. Ich stand noch nie in einem Finale.“

... die Bedeutung des DFB-Pokals: „Sollten wir das Finale erreichen, könnte das uns einen zusätzlichen Schub auch für die Bundesliga geben.“

... die Fehler von Torhüter Ralf Fährmann in den letzten beiden Bundesligaspielen: „Er arbeitet genauso konzentriert wie vorher. Wir wissen, dass er uns schon viele Punkte gerettet und Bombenleistungen gezeigt hat. Wenn ein Torwart mal Fehler macht, fällt das eher auf als bei einem Feldspieler. Er hat die Rückendeckung der gesamten Mannschaft.“

... die Schalker Ausgangslage im Kampf um einen Europapokal-Platz: „Wir wollen gegen Hoffenheim dort weitermachen, wo wir in München aufgehört haben. Aber am Ende müssen drei Punkte herausspringen. Denn es bringt uns ja nichts, wenn wir wieder nur Komplimente bekommen, aber keine Punkte holen.“

... den mutigen Auftritt in München als Modell für die nächsten Heimspiele: „Warum nicht? Unsere drei Stürmer haben es in München gut gemacht. Gerade auch in Heimspielen wollen unsere Fans attraktiven Angriffsfußball sehen. Dass wir den Gegner früh attackieren. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir in ähnlichen Personalkonstellationen spielen.“

... seine Torquote: „Ich warte leider immer noch auf mein erstes Saisontor und hoffe, dass der Knoten bald platzt. Vielleicht klappt es ja spätestens im Pokalfinale. (augenzwinkernd)

... die Olympischen Winterspiele in Südkorea: „Österreich hat bisher nicht viele Medaillen gewonnen. Aber das wird noch. Leider habe ich noch nicht viel gesehen von Olympia. Wenn ich mir etwas anschaue, dann die Skirennen. Ich fahre ja selbst, bin aber zurzeit etwas aus der Übung.“

Foto: NBM

« Vorherige Seite

Kommentare

Um Kommentare zu schreiben, bitte einloggen oder bei www.buer-total.de anmelden.