Mascarell hofft auf erfolgreichen Neustart

Von Frank Leszinski

Das Mittelfeld gilt als Herzstück vieler Fußballmannschaften. Doch auch in diesem Mannschaftsteil hatte der FC Schalke 04 in dieser Saison große Probleme. Nach dem Trainerwechsel von Domenico Tedesco zu Huub Stevens könnten die Mittelfeldkarten neu gemischt werden.

Beim Schlüsselspiel in Hannover (So. 15.30 Uhr/Sky) wird das auf jeden Fall passieren. Denn Nabil Bentaleb ist immer noch suspendiert und zudem durch seine Leistenverletzung ohnehin nicht voll belastbar.



Noch schwerer wiegt der Ausfall von Weston McKennie. Der US-Boy gehört zu den wenigen Schalker Spieler, die in dieser Saison eine positive Leistungsentwicklung genommen haben. Wenn Schalkes früherer Trainer Domenico Tedesco mit seinen Spielern darunter diskutierte, wo Vielzweckwaffe McKennie spielen solle, gab es immer zahlreiche Vorschläge, weil jeder gern den 20-Jährigen wegen seiner Kampf- und Einsatzbereitschaft gern an seiner Seite im Spiel hatte.

Jetzt muss Stevens abwägen, welchen Spielern er im Mittelfeld das Vertrauen schenkt. Omar Mascarell schickte am Donnerstag schon einmal ein „Bewerbungsschreiben“ an die Adresse seines Trainers: „Ich fühle mich fit. Alles ist okay, die Leistenbeschwerden der letzten Wochen habe ich überwunden“, bekräftigte der Spanier. Beim Testspiel in Sevilla kam Mascarell am vergangenen Freitag allerdings nur für 30 Minuten zum Einsatz.


Er hätte sich gewiss nicht träumen lassen, was nach seinem Wechsel von Frankfurt nach Gelsenkirchen passierte. Während die Hessen als einziges deutsches Team noch international vertreten sind und in der Europa League auf einer Euphoriewelle getragen werden, herrscht beim FC Schalke 04 pure Ernüchterung und die Angst, noch tiefer in den Abstiegskampf verwickelt zu werden.


Mascarell ist sich zwar der schwierigen Situation bewusst, bleibt aber zuversichtlich. „Wir haben die Qualität, da unten rauszukommen. In Hannover gilt, wie die Tiere zu kämpfen. Wir müssen von der ersten Minute aggressiv und konzentriert zu Werke gehen“.


Auf SMS-Nachrichten an seine früheren Frankfurter Mannschaftskollegen, die den abstiegsgefährdeten VfB Stuttgart am Sonntagabend empfangen, wird der 26-Jährige verzichten. „Das ist nicht nötig. Ich gehe davon aus, dass die Eintracht die Qualität hat, um Stuttgart zu bezwingen“, so Mascarell.


Auch Sebastian Rudy hofft, dass der Trainerwechsel für seine Entwicklung positive Seiten bereit hält. Stevens sieht Rudy in einer etwas offensiveren Rolle im Mittelfeld offenbar besser aufgehoben. Gegen Leipzig zeigte der Nationalspieler auch gleich eine bessere Leistung als in den Vorwochen.


Sein Selbstbewusstsein hat der 29-Jährige offenbar nicht verloren. „Ich will hier vorneweg gehen mit meiner Erfahrung. Abstiegskampf kenne ich ja schon aus eigener Erfahrung. Ich kann viele mitziehen“, betonte Rudy unmittelbar nach dem Spiel gegen Leipzig.

Nervenstärke ist im Abstiegskampf eine ganz wichtige Tugend. Vor allem in der aktuellen Schalker Situation. Nach acht Bundesligaspielen ohne Sieg brauchen die Königsblauen in Hannover unbedingt einen Sieg, ansonsten droht es noch ungemütlicher zu werden.

Foto: NBM

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