"Mein Herz ist blau-weiß"

Von Frank Leszinski

Borussia Mönchengladbach war seine erste Profistation, wo er 1995 den DFB-Pokal gewann; mit dem FC Schalke 04 wurde er 1997 UEFA-Cup-Sieger: Martin Max ist beiden Bundesligisten bis heute eng verbunden. Im Interview mit Buer-total.de spricht der 49-Jährige über Stärken und Schwächen beider Mannschaften vor dem Spitzenspiel am Samstag.

Werden Sie diese Partie live im Borussia-Park verfolgen?
Martin Max: Nein. Das Spiel schaue ich mir zu Hause an.

Wem drücken Sie die Daumen?
Max: Mein Herz ist blau-weiß. Aber ich habe durchaus auch immer noch Sympathien für Mönchengladbach.

Wie kam es dazu, dass Sie dorthin gewechselt sind, obwohl Sie mitten im Pott - bei Blau Weiß Post Recklinghausen - spielten?
Max: Das habe ich Jürgen Wittkamp zu verdanken. Er war damals so eine Art Manager in Recklinghausen. Eines Tages hat er mich einfach ins Auto gepackt und zum Bökelberg gefahren. Dort habe ich dann schnell meinen ersten Profi-Vertrag unterschrieben. Ich weiß, dass mich bis heute viele Borussen-Fans in ihr Herz geschlossen haben.

Warum?
Max: Weil ich sehr oft gegen den 1. FC Köln getroffen habe. Aber Spaß beiseite. Ich kann die Borussia für junge Spieler nur empfehlen. Es waren tolle Lehrjahre für mich.

Sind Sie überrascht, dass beide Mannschaften bisher in der Bundesliga so gut dastehen?
Max: Nicht unbedingt. Es macht sich zum Beispiel positiv bemerkbar, dass beide Teams keine Zusatzbelastung durch Europapokalteilnahmen haben. Da kannst du mehr trainieren und Automatismen intensiver einüben.

Wie beurteilen Sie die Arbeit von Domenico Tedesco?
Max: Er macht einen sehr guten Job. Aber man sollte auch nicht die Arbeit von Manager Christian Heidel vergessen. Er hat den Kader sinnvoll verkleinert. Ein bisschen erinnern mich Tedesco und Heidel an das Duo Assauer/Stevens. Da passte kein Blatt Papier zwischen.

Trauen Sie Schalke und Mönchengladbach die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb zu?
Max: Warum nicht? Hinter den großen Drei mit Bayern, Leipzig und Dortmund ist alles möglich.

Wie beurteilen Sie die einzelnen Mannschaftsteile im Vergleich?
Max: Schalke hat eine sehr stabile Defensive. Und auch im Angriff läuft es immer besser. Der junge Harit gefällt mir sehr gut, Konoplyanka macht Fortschritte, Burgstaller schießt auch seine Tore und spielt sehr mannschaftsdienlich. Genau das wollen die Schalke-Fans sehen.

Und Gladbach?
Max: Sie sind spielerisch vielleicht einen Tick stärker, weil sie eine Reihe von antrittsschnellen und wendigen Akteuren in ihren Reihen haben. Ich erwarte am Samstag ein Duell auf Augenhöhe, bei dem die Tagesform entscheiden wird. Es gibt keinen Favoriten.

Sie arbeiten als Repräsentant auf Schalke. Was ist darunter zu verstehen?
Max: Meine Arbeit ist sehr vielfältig und macht großen Spaß. Ich besuche Fanklubs, helfe der Knappen-Fußballschule bei ihrer Kooperation in China, habe die Stiftung „Schalke hilft!“ bei der Ausbildung von Trainern im Libanon unterstützt und spiele regelmäßig für die Schalker Traditionself, deren stellvertretender Abteilungsleiter ich bin. Sie sehen: Über zu wenig Arbeit kann ich mich nicht beklagen.

Letzte Frage: Warum hat Schalke ihren Sohn Philipp ziehen lassen, der sich beim FC Augsburg so großartig entwickelt hat?
Max: Seien Sie mir nicht böse, aber dazu möchte ich eigentlich nichts sagen. Natürlich bin ich glücklich, wie er sich entwickelt hat. Aber er ist eine eigene Persönlichkeit und sollte nicht immer wieder nur als Sohn von Martin Max gesehen werden. Das mögen wir beide nicht.

Foto: NBM (Archiv)

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