Mit zwei Fliegern in die Wüste

von René Preuss

Für den FC Schalke 04 hat das Unternehmen Rückrundenvorbereitung begonnen: Gestern um 14.55 Uhr hoben in Frankfurt und in München zeitgleich die beiden Flugzeuge ab, die Mannschaft und Trainerteam nach Katar brachten.

Gegen 23 Uhr Ortszeit wurden die beiden Flieger in Doha, der Hauptstadt des Emirates Katar erwartet – die Halbinsel am Persischen Golf ist der Mitteleuropäischen Zeit um zwei Stunden voraus. Nach der Landung ging es dann weiter zum Mannschaftshotel „The Torch“ (Foto), in dem Schalke schon in den vergangenen beiden Jahren logierte.
Der architektonisch eindrucksvolle Bau war anlässlich der Asia-Spiele 2005 erbaut worden und diente damals als überdimensionale Fackel, auf der ein Feuer brannte.
Viel Zeit für die architektonischen Besonderheiten werden die Spieler allerdings nicht haben – schließlich sind sie nicht im Urlaub.
Nicht mit dabei sind bekanntlich Julian Draxler, Leon Goretzka, Klaas-Jan Huntelaar, die Dauerverletzten Dennis Aogo und Marco Höger sowie Jermaine Jones.

Bei Jones verdichten sich die Anzeichen dafür, dass er kein Spiel mehr in Königsblau bestreiten wird – wie berichtet, hatte der 32-Jährige darum gebeten, zu Hause bleiben zu dürfen, um Angebote zu sondieren. Dabei dürfte der Fokus auf Angeboten aus den USA liegen.
Der Kapitän der US-Nationalmannschaft, der einen guten Draht zu US-Trainer Jürgen Klinsmann hat, will eine gute WM spielen – dafür benötigt er Spielpraxis. Als Topstar eines US-Teams bekäme er die eher als auf Schalke.

Dass Draxler daheimbleibt, hat dagegen andere Gründe: Nach seiner Verletzung (Sehneneinriss) soll sich Schalkes Jungstar im heimischen Reha-Zentrum auf sein Comeback vorbereiten. Einen Tag vor der Abreise nach Katar war Draxler deswegen extra nach München geflogen, um sich von Bayern-Doc Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt untersuchen zu lassen. Der hatte von einer Teilnahme am Trainingslager abgeraten.
Unterdessen hat sich ein Ex-Schalker zu Wort gemeldet – und seine ehemaligen Teamkollegen gelobt.
Vor dem Champions-League-Achtelfinale warnte Raúl auf der Real-Madrid-Homepage davor, die Schalker zu unterschätzen. „Real ist besser, aber Vorsicht vor den deutschen Mannschaften. Sie kämpfen bis zum Ende“, so Raúl. Schalke habe eine „sehr gute Mannschaft“. Für ihn sei es ein besonderes Spiel: „Für Schalke ist es genial, und ich freue mich darauf.“

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