Nübel hält den Schalker Sieg fest

Von Frank Leszinski

Schalkes Fans wussten genau, beim wem sie sich vor allem zu bedanken hatten: Als die Mannschaft nach dem 1:0 (1:0)-Sieg bei Hannover 96 in die Kurve lief, wurde Alexander Nübel gefeiert – der Torhüter hatte den enorm wichtigen Sieg festgehalten.

Als „Krisen-Gipfel“ war die Partie angekündigt worden – und sie hielt, was sie versprach. Beiden Mannschaften war bei jeder Ballberührung die große Nervosität anzumerken, Hektik war genauso Trumpf wie eine sich allerdings im Rahmen des Erlaubten bewegende Härte und Aggressivität. Sky-Experte Didi Hamann fasste die erste Spielhälfte treffend mit einem Wort zusammen: „Abnutzungskampf.“

In dem zeigte auch Hannover, dass die Mannschaft sich noch nicht aufgegeben hat – obwohl der Verein sich nicht nur durch sportliche Negativ-Erlebnisse wie dem 0:5 im Testspiel gegen Arminia Bielefeld, sondern vor allem durch eine immer schwieriger zu durchschauende Vereinspolitik rund um Fußball-Boss Martin Kind selbst zu zerlegen scheint. In einer Drangphase der Niedersachsen Mitte der ersten Halbzeit hatte H96-Stürmer Hendrik Weydandt sogar die bis dahin größte Chance, als er mit einem feinen Schuss am prächtig reagierenden S04-Torhüter Alexander Nübel scheiterte (26.).

Schalkes Trainer Huub Stevens hat seiner Mannschaft quasi als erste „Rettungs-Maßnahme“ nach bis dahin acht Bundesliga-Spielen ohne Sieg zumindest wieder ein Gefühl für taktische Disziplin beigebracht – also ließen sich die Königsblauen von solchen Szenen nicht beeindrucken, sondern spielten im Rahmen ihrer Möglichkeiten ihren Stiefel weiter runter. Allen voran Benjamin Stambouli tat sich dabei hervor: In der 35. Minute scheiterte er noch mit einem Schuss an H96-Torhüter Michael Esser, vier Minuten später nutzte Suat Serdar ein feines Zuspiel von Stambouli zur Schalker 1:0-Führung (39.) – das erste Saisontor des Ex-Mainzers wurde nicht nur auf dem Platz von den Spielern, sondern in der HDI-Arena auch von ca. 10.000 Schalker Fans bejubelt, die die Partie für die Königsblauen im Prinzip zu einem Heimspiel machten.

Das Tor hatte auf Schalke zwar eine erleichternde, aber keine Sicherheit gebende Wirkung. Nicht mal gegen einen nun völlig angeschlagenen, der Zweitklassigkeit entgegen sehenden Gegner schaffte es Schalke, die Zügel in der Hand zu halten. Im Gegenteil: Bei einer Dreifach-Chance der Gastgeber zwischen der 75. und 77. Minute inklusive eines Lattentreffers konnten sich die Mannschaftskollegen bei Nübel bedanken, der zwei Mal toll reagiert und somit „die Null“ gehalten hatte.

Bei den mit dem Mute der Verzweiflung vergeblich aufs Schalker Tor zustürmenden Hannoveranern stehen Trainer Thomas Doll und Manager Horst Heldt nun wohl zur Disposition – während Schalke nach dem ersten Bundesliga-„Dreier“ seit dem 20. Januar zumindest erst einmal aufatmen kann.

Dennoch bleiben die Königsblauen, dafür war das Spiel in Hannover trotz des Sieges eher noch eine Bestätigung, im Krisen-Modus. So sieht es auch Sportvorstand Jochen Schneider, der völlig unabhängig vom Ausgang des Spiels von Eintracht Frankfurt gegen den Schalker Keller-Konkurrenten VfB Stuttgart ein genau so nüchternes wie präzises Fazit des Schalker Sieges in Hannover zog: „Die Mannschaft hatte den Auftrag, zu gewinnen. Den hat sie erfüllt.“

„Entwarnung“ im Abstiegskampf wollte und konnte er nicht geben. Also: Schalke ist buchstäblich noch nicht aus dem Schneider...

Foto: NBM

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