Ozan Kabak will auf Schalke durchstarten

Jochen Schneider, Schalkes Sportvorstand, hängte die Latte jedenfalls schon einmal sehr weit nach oben. Eines der „allergrößten Innenverteidiger-Talente Europas“ habe sich Schalke da an Land gezogen, schwärmte der sonst eher zurückhaltende Manager.

Am Sonntag hatte Schalke den Transfer von Ozan Kabak bekannt gegeben: Der 19-jährige Türke wechselt vom VfB Stuttgart zu den Königsblauen, auf Schalke hat Kabak einen Fünfjahresvertrag unterschrieben. Kabak war erst in der Winterpause zum VfB gewechselt, davor hatte er ein Jahr bei Galatasaray Istanbul, seinem Jugendverein, gespielt.

Beim Werben um den 19-Jährigen hatte Schalke hochkarätige Mitbewerber ausgestochen: Auch West Ham United, der AC Mailand und der FC Bayern München hatten sich für den Innenverteidiger interessiert. Gerade das Interesse der Bayern hatte Gerüchte aufkommen lassen, Kabak sei auf Schalke nur „geparkt“, Bayern sei an dem Deal mit Stuttgart schon beteiligt.

Dem trat Schneider entschieden entgegen. „Bei dem Transfer sitzt kein anderer Verein mit ihm Boot“, so der Sportvorstand, „wir sind sehr froh, dass er hier ist.“ Zu weiteren Vertragsdetails – etwa zur Frage, ob es eine Ausstiegsklausel gebe –, wollte sich Schneider aber nicht äußern.

 „Ich habe mich für Schalke entschieden, weil es eine große Mannschaft ist, die jedes Jahr den Anspruch hat, um die Champions-League-Plätze mitzuspielen“, begründete Kabak seine Entscheidung für die Königsblauen.

Er habe in der Bundesliga bleiben wollen, allerdings bei einem Verein, bei dem die Chancen auf Einsatzzeiten recht hoch sind – was für Schalke und gegen Bayern sprach. Letztendlich habe aber auch ein Gespräch mit Schalkes neuem Trainer David Wagner den Ausschlag gegeben.

Am Montag hatte Kabak zum ersten Mal mit seinen neuen Kollegen trainiert – gut zu erkennen an einer Gesichtsmaske, die er wegen eines Nasenbeinbruchs trug, den er sich im Relegationsspiel gegen Union Berlin zugezogen hatte.

Lautstark unterstützt wurde er von einer Handvoll Galatasaray-Fans, die Sprechchöre auf ihn anstimmten. „Meine Landsleute sind manchmal ein bisschen verrückt“, schmunzelte Kabak, „aber Ahmed Kutucu hat mich bereits vorgewarnt.“ Mit Kutucu hatte Kabak bereits in der türkischen U17-Nationalmannschaft zusammen gespielt.

Als ein deutliches Statement muss man wohl auch die Wahl der Rückennummer bezeichnen: Kabak trägt die Nummer 4. Zuletzt hatte die bekanntlich jahrelang Weltmeister und Kapitän Benedikt Höwedes getragen. Kabak machte am Dienstag nicht den Eindruck, als würde er deshalb in Ehrfurcht erstarren. „Die weltbesten Abwehrspieler tragen die Nummer 4“, sagte er, „und ich will diesem Anspruch gerecht werden.“ Außerdem, fügte er hinzu, habe er schon als Jugendspieler meistens die „4“ auf dem Trikot gehabt.

Er könne in der Innenverteidigung sowohl links als auch rechts spielen, gab er an, und bei eigenen Standards sei er durchaus auch torgefährlich: In dem halben Jahr beim VfB Stuttgart hatte Kabak drei Tore erzielt.

Und auch die Verständigung mit seinen neuen Kollegen sollte bald besser klappen: Genau wie schon in Stuttgart bekommt er auch auf Schalke zweimal pro Woche Deutschunterricht. Ein paar Brocken spricht er schon – „Sie haben doch sicher alle den schwäbischen Dialekt bemerkt“, grinste der ebenfalls aus Schwaben stammende Schneider.

Foto: Heselmann

« Vorherige Seite

Kommentare

Um Kommentare zu schreiben, bitte einloggen oder bei www.buer-total.de anmelden.