Schalke-Arena wird zum Selbstbedienungsladen

Von Frank Leszinski

Als Schalke im Jahr 2001 sein neues Stadion einweihte, war damit u.a. eine Hoffnung verbunden: In solch einem Fußball-Tempel würden den Gegnern die Knie schlottern. Doch in dieser Saison ist das Gegenteil der Fall.

Die Arena verkommt zum Selbstbedienungsladen. Nicht weniger als zehn Heimniederlagen haben die Königsblauen in bisher 16 Partien in der Veltins-Arena in der laufenden Saison kassiert. Nur der designierte Absteiger und Tabellenschlusslicht Hannover 96 hat eine mehr hinnehmen müssen.

In der Rückrunde gelang Schalke erst ein Heimsieg, beim 2:1 gegen den VfL Wolfsburg. Solch eine niederschmetternde Bilanz hat es seit der Arena-Eröffnung noch nie gegeben. Und es kann ja noch schlimmer kommen, denn ein Heimspiel - gegen den VfB Stuttgart - steht ja noch aus.

Nur in der Saison 2010/2011 hatte Schalke ähnlich viele Heimniederlagen zu beklagen, nämlich sieben. Am Ende stand der 14. Tabellenplatz. Ansonsten gab es pro Spielzeit seit dem Umzug vom Parkstadion in die Veltins-Arena durchschnittlich zwischen zwei und vier Heimpleiten. In der Saison 2005/2006 kassierte Schalke sogar nur eine Niederlage auf eigenem Platz. Eine Spielzeit später waren es zwar zwei, aber die Blau-Weißen waren mit insgesamt 41 Punkten die heimstärkste Bundesligamannschaft.

Aber von solch einer Bilanz sind die Blau-Weißen so weit entfernt wie von der Meisterschaft. Dazu passt, dass Schalke in den bisher 16 Heimpartien ganze 16 Tore gelangen und die Tordifferenz mit minus zwei sogar negativ ist. Acht Heimspiele ohne eigenes Tor in einer Saison sind außerdem ein negativer Vereinsrekord.

Mit diesen Zahlen drückt sich aus, dass die aktuelle Mannschaft offenbar völlig überfordert ist, im eigenen Stadion das Spiel zu machen und aktiv zu gestalten. Das zeigte sich unter anderem auch im letzten Heimspiel gegen den FC Augsburg, wo Torchancen Mangelware blieben.

Trainer Huub Stevens kann einem ein bisschen leid tun. Der Schalker Jahrhundertrainer hat seit seiner Amtsübernahme noch keinen Heimsieg erlebt. Schalke hat in der Rückrunde ohnehin erst drei Erfolge gefeiert. Neben dem schon erwähnten Heimerfolg gegen den VfL Wolfsburg gab es nur noch Siege in Hannover (1:0) und in Dortmund (4:2).
Bei solch einer kümmerlichen Bilanz grenzt es fast an ein Fußball-Wunder, dass die Königsblauen schon nach 32 Spieltagen den Klassenerhalt gesichert haben. Klar ist aber auch, dass es nach der Saison einen großen personellen Umbruch geben muss, um Schalke wieder auf Erfolgskurs zu bringen.

Schalke-Boss Clemens Tönnies hat Anfang der Woche bereits eine Verkleinerung des Kaders angekündigt. Bisher stehen erst zwei Abgänge fest. Jung-Profi Benjamin Goller wechselt zu Werder Bremen und Routinier Sascha Riether beendet seine Karriere. Aber bei diesen zwei Abschieden aus Schalke wird es ganz sicher nicht bleiben.

Foto: NBM

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