„Schalke ist mein Leben“

von René Preuss

„Schalke ist mein Leben“, sagt er – und sogar das Kinderzimmer wird blau-weiß gestrichen.
Kevin-Prince Boateng, seit einem halben Jahr auf Schalke, scheint beim Revierclub angekommen zu sein.

Es war einer der spektakulärsten Spielertransfers der Hinrunde in der gesamten Bundesliga, und sicherlich der spektakulärste auf Schalke. Als am 30. August bekannt wurde, dass der Deutsch-Ghanaer zu den Königsblauen wechselt, lieferte das Stoff für Schlagzeilen, und als er nur wenige Tage später das Team gegen Leverkusen zum ersten Saisonsieg führte, lag ihm ganz Schalke zu Füßen.
Und jetzt sitzt Kevin-Prince Boateng im Schalker Mannschaftshotel „The Torch“ in Doha und demonstriert mit jeder Äußerung, dass er Schalke geradezu „atmet“: Als ihn ein Journalist auf Englisch nach seiner Zeit beim AC Mailand fragt, antwortet er kurz und knapp: „Darüber spreche ich nicht mehr, mein Leben ist jetzt Schalke.“

Das stimmt natürlich – zu seinem Leben gehören aber auch die „Ausflüge“ zum Körperstatiker nach München und sein Problemknie. Das ist auch im Trainingslager ein Thema, so setzte er beispielsweise beim Testspiel gegen Al-Gharafa aus. Alles kein Problem, versichert er. „Während die Jungs gespielt haben, habe ich an meiner Statik gearbeitet – dafür aber heute wieder gut trainiert. Dafür ist ein Trainingslager da, dass man sich optimal vorbereitet.“
Optimale Vorbereitung: Das gilt natürlich auch in Bezug auf die Rückrunde. Da müsse sich einiges verbessern, sagt Boateng, und lässt dann den Jungen aus dem Berliner Arbeiterbezirk Wedding durchscheinen: „Das Wichtigste ist, dass wir weniger Tore fressen.“ „Wir haben uns vorgenommen, uns auf die Defensive zu konzentrieren, weil wir zu viele Gegentore bekommen haben.“ Darin liege die Hauptaufgabe der Vorbereitung. Vorne sieht Boateng seine Mannschaft gut aufgestellt: „In der Offensive sind wir immer stark genug, um Tore zu machen.“

Vor allem das offensive Mittelfeld sieht er sehr gut besetzt: „Draxler, Meyer, Farfan, Boateng: Das sind klangvolle Namen, damit kann man dem Gegner schon einmal ein bisschen Angst machen.“ Sich selbst sieht er am liebsten auf der Position hinter den Spitzen – da fühle er sich am wohlsten. „Ich bin auf vielen Positionen einsetzbar, das freut den Trainer. Aber es ist nicht einfach, sich immer wieder umzustellen“, wünscht er sich einen festen Platz im taktischen Gefüge. Was ist noch drin für Schalke in dieser Saison – und wen hält Boateng für den härtesten Konkurrenten? „Ich sehe uns selber als größte Konkurrenz“, so der 26-Jährige. „Wenn wir Konstanz in unser Spiel bringen, können wir einen Champions-League-Platz erreichen.“

Für Verwirrung sorgte eine Äußerung Boatengs zum Thema Jermaine Jones, der nicht mit ins Trainingslager gereist ist, um sich nach einem neuen Verein umzuschauen. Manager Horst Heldt hatte gesagt, dass Jones um die Freigabe gebeten hätte – bei Boateng klang das anders. „Dass er jetzt schon freigestellt wurde, ist eine Entscheidung von Horst Heldt und Clemens Tönnies“, so Boateng. „Für mich war es eine Überraschung, ich denke auch für Jermaine in den ersten Tagen.“ René Preuß

« Vorherige Seite

Kommentare

Um Kommentare zu schreiben, bitte einloggen oder bei www.buer-total.de anmelden.