Sorgen um Burgstaller

Von Frank Leszinski

Beim Schlusspfiff gab es Applaus von den Schalker Anhängern. Das kam in dieser Saison bisher selten vor. Dabei hatte Schalke verloren, aber die Fans würdigten den Einsatz ihrer Mannschaft. Viele Probleme aber bleiben.

Wie groß die sportliche Diskrepanz zwischen dem FC Schalke 04 und Manchester City ist, offenbarte sich in der 78. Minute dieses Champions-League-Spiels auf ganz augenfällige Art und Weise. Beide Trainer bereiteten Auswechslungen vor. Auf Schalker Seite wechselte Domenico Tedesco den unerfahrenen Stürmer Steven Skrzybski ein, der in der vergangenen Saison noch für Zweitligist Union Berlin gespielt hatte. Bei Manchester City brachte Coach Pep Guardiola mit Leroy Sané einen Angreifer, der das Format besitzt, sich zu einem Weltstar zu entwickeln.



Schon dieser Vergleich enthüllte, dass Schalke sich bei der 2:3-Heimniederlage gegen ein mit Topstars gespicktes Team gut aus der Affäre zog. Trotzdem überwog im Lager der Königsblauen die Enttäuschung, weil trotz einer 2:1-Führung und 22-minütiger Überzahl nicht wenigstens ein Unentschieden heraussprang.

„Am Ende des Spiels hat uns die Frische im Kopf und die Cleverness in der einen oder anderen Situation gefehlt“, haderte Tedesco, der damit wohl unter anderem die Entstehung des Siegtreffers für Manchester City meinte, als sich Bastian Oczipka in der 90. Minute im Zweikampf gegen Raheem Sterling düpieren ließ.

Schalke fehlte in der Schlussphase der Mut, den Gegner noch mehr unter Druck zu setzen. „Gegen elf Spieler waren wir besser als gegen zehn“, schüttelte Oczipka mit dem Kopf. Da konnte es ihn auch nicht trösten, dass Mannschaftskamerad Daniel Caligiuri betonte, „dass wir uns gegen eine der besten Mannschaften der Welt gut aus der Affäre gezogen haben“.

Doch der englische Meister bestrafte die Schalker Fehler gnadenlos. Hinzu kam, dass in der Schlussphase auch noch einer der besten Schalker Spieler, der junge Weston McKennie, wegen einer Oberschenkelverletzung ausschied. „Wenn er auf dem Platz steht, ist es für uns ein anderes Spiel“, lobte Tedesco den US-Boy, dessen Einsatz beim Bundesligaspiel in Mainz ebenso in der Schwebe ist wie bei Guido Burgstaller. Der österreichische Nationalspieler humpelte so stark aus der Veltins-Arena, dass er wohl kaum bis zum Samstag-Spiel in Mainz wieder einsatzfähig ist. Burgstaller klagte nach dem Foul von Nicolas Otamendi über Probleme im linken Sprunggelenk. Wie bei McKennie wird eine MRT-Untersuchung durchgeführt, um Klarheit darüber zu erlangen, wie lange beide Spieler ausfallen könnten.

Ein Sieg gegen die „Citizens“ hätte Schalke ohne Zweifel mit mehr Selbstvertrauen für die kommenden Bundesliga-Aufgaben ausgestattet. Die Spieler sind realistisch genug, um an eine erfolgreiche Aufholjagd in der Liga keinen Gedanken mehr zu verschwenden. „Dass es diese Saison nicht mehr reichen wird, dafür muss man kein Prophet sein“, sagte Torwart Ralf Fährmann in Bezug auf eine theoretisch noch mögliche Champions-League-Qualifikation.

Fährmann machte beim Führungstreffer der Gäste keine glückliche Figur. „Das sieht unglücklich aus. Mein Plan war, Salif Sané nicht zu fest anzuspielen, damit er den Ball direkt zu Jeffrey Bruma würde abprallen lassen können“. Am Samstag muss Fährmann in Mainz wieder Alexander Nübel Platz machen.

Foto: NBM

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