von Frank Leszinski

GELSENKIRCHEN. Schon vor dem Heimspiel gegen den FC Augsburg machte Schalke-Trainer Jens Keller keinen Hehl daraus, dass ihm die Länderspielpause gerade recht kommt. Keller: „Wenn man unser Lazarett sieht...“

Das mag etwas übertrieben klingen, denn langzeitverletzte Spieler wie Annan oder Obasi dürften in seinen sportlichen Überlegungen kaum noch eine Rolle spielen. Aber Fakt ist auch, dass es einige Sorgenkinder im Schalker Kader gibt.

Kyriakos Papadopoulos: Im November 2012 bestritt der junge Grieche sein letztes Pflichtspiel für die Königsblauen, seitdem plagen ihn Knieprobleme. Nach zwei Eingriffen hofft Papadopoulos, dass er das Schlimmste hinter sich hat. Es gibt Trainingswochen, da ist er fast täglich auf dem Rasen zu sehen und kann große Teile des Mannschaftstrainings - auch mit Ball - absolvieren. Aber dann gibt es auch wieder eine Woche, in der „Papa“ nur der Kraftraum bleibt. „Wenn man so lange wie Kyriakos nicht gespielt hat, dann zwickt es auch schon mal an anderen Stellen. Das hat nichts mit seinem Knie zu tun“, sagt Schalke-Manager Horst Heldt.

Klaas-Jan Huntelaar: Rund sieben Wochen ist der Schalker Mittelstürmer bereits außer Gefecht, nachdem er sich Mitte August im Bundesligaspiel gegen den VfL Wolfsburg am rechten Knie verletzte. Ursprünglich hatte der 30-Jährige gehofft, dass er gegen Mainz 05 zurückkehren könne. Doch daraus wurde nichts. Konditionell ist Huntelaar zwar gut drauf, doch wenn der Ball ins Spiel kam, hatte er immer noch Schmerzen. Jetzt hofft der Torjäger, in den nächsten Tagen ins Mannschaftstraining zurückzukehren. Im nächsten Bundesligaspiel bei Eintracht Braunschweig will Huntelaar wieder zum Kader gehören.

Jefferson Farfan: Rund vier Wochen könnte der Peruaner ausfallen, nachdem er sich im Champions-League-Spiel gegen Basel einen Muskelfaserriss im Adduktorenbereich zugezogen hat. Noch bleibt ein Fünkchen Hoffnung, dass Farfan schneller fit wird. Gerade in den Spielen gegen Chelsea (22. Oktober) und Dortmund (26. Oktober) wären seine Fähigkeiten für Schalke enorm wichtig. Doch es wird wohl ein Wettlauf mit der Zeit.

Kevin-Prince Boateng: Eine Kernspinuntersuchung wird in den nächsten Tagen Aufschluss darüber geben, wie lange der 26-Jährige ausfallen wird, der im Heimspiel gegen den FC Augsburg wegen einer Knieverletzung ausgewechselt werden musste. Boateng: „Das Knie ist meine Schwachstelle. Aber ich sehe das ganz entspannt.“ Genau wie Manager Heldt: „Wegen der Länderspielpause hat Kevin ja jetzt zwei Wochen Zeit, diese Verletzung auszukurieren.“

Kein Schalker Funktionsträger will die Verletzung des Leistungsträgers dramatisieren, aber Fakt ist, dass Boateng auch schon das letzte Länderspiel mit Ghana gegen Sambia und auch die DFB-Pokalpartie in Darmstadt sausen lassen musste, weil er angeschlagen war. Und auch manche Trainingseinheit auf dem Platz fand während der englischen Woche ohne den 26-Jährigen statt. Deshalb sind die Sorgen um Boatengs Gesundheitszustand wohl nicht unbegründet.

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