Tedesco reißt bei Harit langsam der Geduldsfaden

Normalerweise stellt sich Domenico Tedesco vor seine Spieler. Es muss schon viel passieren, ehe der 33-Jährige die verbale Zurückhaltung ablegt und Akteure seiner Mannschaft auch einmal öffentlich kritisiert.

Am Sonntagabend war es soweit. Als die Journalisten den Schalker Trainer nach Amine Harit befragten, äußerte sich Tedesco sehr kritisch über die Entwicklung des hochbegabten Offensivspielers.

„Er muss massiv an seiner Professionalität arbeiten und zeigen, warum er Profi ist“, sagte Tedesco und spielte damit auf einige Eskapaden des Marokkaners außerhalb des Platzes in den vergangenen Wochen und Monaten an. Mal kam Harit verspätet zum Training, mal verpasste er einen Mannschaftstermin, mal zog er nach dem Champions-League-Spiel in Porto um die Häuser.

Für Tedesco sind solche Verhaltensweisen nicht mit dem Leben eines Fußball-Profis zu vereinbaren. Also schrieb er Harit ins Stammbuch: „Wenn Amine fit ist, ist er eine richtig große Option für mich. Aber es gehört mehr dazu als Talent, um sich im Profifußball durchzusetzen“.

Der Schalker Trainer bezog sich damit auch auf die manchmal wenig professionelle Einstellung des 20-Jährigen. „Mein größter Wunsch ist, dass ich Talente entwickeln kann. Dazu gehöre ich als Trainer, aber auch der Spieler. Wenn eine Partei nicht will, wird es schwierig.“ Was damit gemeint war, bedurfte keiner weiteren Erläuterung.

Der aktuelle Stand bei Harit sieht so aus, dass er seine Verletzung – einen Muskelfaserriss – langsam auskuriert hat. Tedesco: „Noch hat er ein paar Defizite. Deshalb hat er individuell trainiert.

Die kritischen Worte des 33-Jährigen lassen den Schluss zu, dass seine Geduld mit Harit langsam zuende geht. Sollte sich der hochtalentierte Spieler nicht am Riemen reißen, dürfte Tedesco keinen Sinn mehr in einer weiteren Zusammenarbeit sehen. Nicht ganz ausgeschlossen ist, dass sich die Wege von Schalke und Harit noch bis zum Ende der Wechselfrist (31. Januar) trennen werden.

Ein weiteres Sorgenkind von Tedesco ist Breel Emobolo, der nach seinem Mittelfußbruch nicht so recht auf die Beine kommen will. Seit dem 11. November ist der bullige Stürmer außer Gefecht. Tedesco wollte nicht ausschließen, dass sich die Reha des Schweizer Nationalspielers bis Ende März hinziehen kann.

Da auch noch nicht klar ist, wann Guido Burgstaller wieder zur Verfügung steht, wartet Domenico Tedesco bis zur Schließung des Transferfensters sehnsüchtig auf Verstärkungen.

Foto: NBM

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